Archiv der Kategorie: Pressetexte

Staatspreis Architektur und Nachhaltigkeit zum sechsten Mal ausgelobt

Bewertet werden architektonische Qualität und die Performance im Sinne der Nachhaltigkeit. Zusätzlich zu Staatspreisen in den Kategorien Sanierung und Neubau kann die Jury einen Sonderpreis ENSEMBLE / urbane Raumbildung und Vernetzung vergeben. Eine möglichst CO2-neutrale Wärmeversorgung wird im Sinne der Klima- und Energiestrategie #mission2030 vorausgesetzt. Einreichungen sind bis 24. April 2019 möglich.

Hier gehts zum Staatspreis.

Auszeichnung an 30 nachhaltige Gebäude

Bereits 720 zertifizierte Gebäude: ÖGNB und klimaaktiv sind die führenden Gebäudebewertungssysteme

Ein eindrucksvolles Bekenntnis zu Ökologie und Energieeffizienz im Gebäudesektor: Im Rahmen des Wiener Kongresses für zukunftsfähiges Bauen (BauZ) zeichnete die Österreichische Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (ÖGNB) und klimaaktiv Bauen und Sanieren heuer insgesamt 30 besonders nachhaltige Gebäude aus. Beeindruckend war dabei sowohl die Dichte der gezeigten Projekte, als auch die weit über 200 anwesenden Vertreter der Bau- und Immobilienwirtschaft, die mit regem Interesse die Projektvorstellungen verfolgten.

Überreicht wurden die Zertifikate von Dr. Jürgen Schneider, Leiter der Sektion Klima im Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus und DI Theodor Zillner, stv. Leiter der Abteilung Energie- und Umwelttechnologien im Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie. Für Projekte der Seestadt Aspern am Podium: DI Heinrich Kugler, Vorstand der Wien3420 Aspern Development AG.

Die ÖGNB wurde 2009 auf Initiative namhafter, unabhängiger Institutionen im Bereich des Nachhaltigen Bauens in Österreich ins Leben gerufen. Der Strukturaufbau für das Bewertungssystem findet in enger Abstimmung mit klimaaktiv Bauen und Sanieren statt. Zusätzlich werden zahlreiche Erkenntnisse aus Forschungsprojekten des F&E-Programms Stadt der Zukunft berücksichtigt. Weitere Informationen: www.oegnb.net

Den klimaaktiv Gebäudestandard gibt es für Wohngebäude und verschiedene Dienstleistungsgebäudetypen jeweils für den Bereich Neubau und Sanierung. Alle Kriterienkataloge sind nach einem 1.000- Punkte-System aufgebaut, anhand dessen die Gebäude rasch bewertet und verglichen werden können, zudem ermöglicht die Bewertung anhand standardisierter Kriterien Messbarkeit und Transparenz.  Weitere Informationen: www.klimaaktiv.at

Die Presseaussendung finden Sie hier.

Die Broschüre mit allen Projekten finden Sie in auf https://www.oegnb.net/zertifizierte_projekte.htm zum Download

Alle Fotos von der Verleihung hier nachfolgend – druckfähig und honorarfrei zur redaktionellen Verwendung.
Fotos: Alfred Arzt | www.fotoundvideografie.com 

Im Rahmen der gemeinsamen Auszeichnungsveranstaltung wurden folgende Gebäude vorgestellt:

 klimaaktiv in der Nutzung erhalten folgende Gebäude

Am Sportplatz 4 | 6912 Hörbranz

  • klimaaktiv GOLD PLUS in der Nutzung; Fertigstellung klimaaktiv Gold mit 990 von 1.000 Punkten
  • Bauherr: Errichtergemeinschaft AS4
  • Einreichplanung: Dipl. Ing. Gerhard Zweier
  • Haustechnik: e-plus, Dipl.-Ing (FH) Stephen Kaltheier

Kindergarten Wolkenschiff | 2230 Gänserndorf

  • klimaaktiv SILBER PLUS in der Nutzung; Fertigstellung klimaaktiv Gold mit 918 von 1.000 Punkten
  • Bauherrschaft: Stadtgemeinde Gänserndorf
  • Architektur: Atelier für naturnahes Bauen Deubner
  • Bauphysik: IBO – Österreichisches Institut für Bauen und Ökologie GmbH
  • Haustechnik: TK11 Gebäudetechnik e.U.

Karl Landsteiner Privatuniversität KLPU | 3500 Krems

  • klimaaktiv GOLD PLUS in der Nutzung; Fertigstellung klimaaktiv Gold mit 988 von 1.000 Punkten
  • Bauherrschaft: Amt der NÖ Landesregierung / Karl Landsteiner Privatuniversität
  • Architektur: Delugan Meissl Associated Architects
  • Bauphysik und Haustechnik: VASKO+PARTNER INGENIEURE

Volksschulsanierung Ziersdorf | 3710 Ziersdorf

  • klimaaktiv GOLD PLUS in der Nutzung; Fertigstellung klimaaktiv Gold mit 988 von 1.000 Punkten
  • Bauherrschaft: Volksschulgemeinde Ziersdorf
  • Architektur: AH3 Architekten ZT GmbH
  • Bauphysik: IBO – Österreichisches Institut für Bauen und Ökologie GmbH
  • Haustechnik. New Energy Consulting

Sanierung Volksschule Arnoldstein

  • klimaaktiv GOLD PLUS in der Nutzung; Fertigstellung klimaaktiv Gold mit 978 von 1.000 Punkten
  • Bauherrschaft: Marktgemeinde Arnoldstein
  • Architektur: ARCH+MORE ZT GmbH
  • Haustechnik: Team GMI

 

klimaaktiv Gold, die höchste Auszeichnung des Bundes für energieeffizientes Bauen, erhalten:

BOKU – Holzneubau | Peter-Jordan-Straße 82 | 1190 Wien

  • Planungsdeklaration, klimaaktiv Gold mit 986 von 1.000 Punkten
  • Bauherrschaft. BIG Bundesimmobiliengesellschaft m.b.H, www.big.at
  • Architektur: DELTA und SWAP Architekten, swap-zt.com
  • Bauphysik: IBO Österreichisches Institut für Bauen und ÖkologieGmbH
  • Haustechnik: teamgmi Ingenieurbüro GmbH

Kundmanngasse UNH | Kundmanngasse 21-27 | 1030 Wien

  • Planungsdeklaration, klimaaktiv Gold mit 945 von 1.000 Punkten
  • Bauherrschaft: Hauptverband der österr. Sozialversicherungsträger
  • Architektur: Chaix & Morel
  • Bauphysik. Schöberl & Pöll GmbH

Die drei Schwestern | Maria-Tusch-Straße 2 | 1220 Wien

  • Fertigstellung; klimaaktiv Gold mit 902 von 1.000 Punkten
  • Bauherrschaft: WBV-GPA
  • Architektur: Kirsch ZT GmbH
  • Bauphysik: Dr. Pfeiler GmbH
  • Haustechnik: BPS Engineering GmbH

Erweiterung St. Georgshaus Traunstein | 3632 Bad Traunstein

  • Fertigstellung; klimaaktiv Gold mit 942 von 1.000 Punkten
  • Bauherrschaft: Bildungshaus St. Georg GmbH
  • Architektur: AH3 Architekten ZT GmbH
  • Bauphysik: IBO – Österreichisches Institut für Bauen und Ökologie GmbH
  • Haustechnik: Käferhaus Ingenieurbüro für intelligente Haustechnik

klimaaktiv Silber erhalten:

Wohnbau Mautner-Markhof-Gasse (Silber)

  • Fertigstellung: klimaaktiv Silber mit 819 von 1.000 Punkten
  • Bauherrschaft: Building Development Network Fleissner & Partner GmbH
  • Architektur: ss plus architektur ZT GmbH
  • Bauphysik: Dorr – Schober & Partner Ziviltechnikergesellschaft mbH
  • Investorenvertreter des „Nachhaltigen Immobilienfonds Österreich“: AURIS Immo Solutions GmbH

klimaaktiv Bronze erhalten:

Reklewskigasse 18 | Podhorezkygasse 10 | 1230 Wien

  • Fertigstellung; klimaaktiv Bronze
  • Bauherrschaft: SÜBA Bau- und Baubetreuung AG
  • Architektur: DTA duda, testor. architektur zt gmbh.
  • Bauphysik: Dorr – Schober & Partner Ziviltechnikergesellschaft mbH
  • Haustechnik: energie3consulting
  • Investorenvertreter des „Nachhaltigen Immobilienfonds Österreich“: AURIS Immo Solutions GmbH

Oskar Grissemann Strasse 11 | 1210 Wien

  • Planungsdeklaration: klimaaktiv Bronze
  • Bauherrschaft: SÜBA Bau und Projekterrichtungs GmbH, Wien.
  • Architektur: Malek Herbst Architekten Ziviltechniker GmbH.
  • Bauphysik: Allplan GmbH, Wien.
  • Haustechnik: Allplan GmbH, Wien
  • Investorenvertreter des „Nachhaltigen Immobilienfonds Österreich“: AURIS Immo Solutions GmbH

Multifunktionales Projekt Schichtgründe BPL. 4a I 1210 Wien

  • Planungsdeklaration: klimaaktiv Bronze
  • ERSTE Immobilien Kapitalanlagegesellschaft m.b.H.
  • Architektur: DELTA Projektconsult GmbH
  • Bauphysik: Vatter & Partner ZT- GmbH

 

 

VON DER ÖGNB AUSGEZEICHNETE GEBÄUDE

Wohnhausanlage Sonnenallee I 1220 Wien – 3 Bauteile

  • Fertigstellung: BT1: 835 | BT2: 802 | BT3: 810 von 1.000 ÖGNB Punkten
  • Bauherrschaft: Wohnbauvereinigung der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst Gemeinnützige GmbH | www.wbvgfw.at
  • Architektur: Werkstatt Grinzing WGA ZT GmbH | www.wg-a.com || Freimüller Söllinger Architektur ZT GmbH | www.freimueller-soellinger.at
  • Bauphysik: Kern+Ingenieure Ziviltechniker GmbH | www.kernplus.at
  • Haustechnik: Strabag AG Zentrale Technik Direktion TGA Wien | www.strabag.at
  • ÖGNB Consultant: bauXund forschung und beratung gmbh | www.bauXund.at

Bildungscampus Aspern Nord I 1220 Wien

  • Planung: 891 von 1.000 ÖGNB Punkten (Anwärter auf ÖGNB GOLD)
  • Bauherrschaft: STADT WIEN vertreten durch MA10, MA 56 und MA13 | www.wien.gv.at
  • Architektur: Karl und Bremhorst Architekten ZT GmbH | www.kub-a.at
  • Bauphysik: Ingenieurbüro Rothbacher GmbH | www.rothbacher.com
  • Haustechnik: ARGE FIN – Future Is Now – Kuster – Energielösungen –GmbH | www.kuster.co.at
  • Energietechnik Ing. Mario Malli Planungs-GmbH | www.energie-technik.at
  • ÖGNB Consultant: Margot Grim, e7 Energie Markt Analyse GmbH | www.e-sieben.at

SeeSee Tower I 1220 Wien

  • Planung: 810 von 1.000 ÖGNB Punkten
  • Bauherrschaft: Buwog Seeparkquartier GmbH | www.seestadt.buwog.com
  • Architektur: Architekt Podsedensek ZT | www.podsedensek.at
  • Bauphysik: Prause iC ZT GmbH | ic-group.org
  • Haustechnik: dp- Gebäudetechnik GmbH | ic-group.org/kontakt/partner/prause-ic
  • ÖGNB Consultant: iC consulenten Ziviltechniker GesmbH | www.ic-group.org

SeeSee Home I 1220 Wien

  • Planung: 801 von 1.000 ÖGNB Punkten
  • Bauherrschaft: Buwog Seeparkquartier GmbH | www.seestadt.buwog.com
  • Architektur: Architekten Gerner und Partner ZT GmbH | gernergernerplus.com
  • Bauphysik: Prause iC ZT GmbH | ic-group.org
  • Haustechnik: dp- Gebäudetechnik GmbH | ic-group.org/kontakt/partner/prause-ic
  • ÖGNB Consultant: iC consulenten Ziviltechniker GesmbH | www.ic-group.org

SeeSee Living I 1220 Wien

  • Planung: 818 von 1.000 ÖGNB Punkten
  • Bauherrschaft: Buwog Seeparkquartier GmbH | www.seestadt.buwog.com
  • Architektur: HILLINGER MAYRHOFER ZT GMBH | www.hillinger-mayrhofer.at
  • Bauphysik: Prause iC ZT GmbH | ic-group.org
  • Haustechnik: dp- Gebäudetechnik GmbH | ic-group.org/kontakt/partner/prause-ic
  • ÖGNB Consultant: iC consulenten Ziviltechniker GesmbH | www.ic-group.org

SEEPARQ I 1220 Wien

  • Planung: 941 von 1.000 ÖGNB Punkten (Anwärter auf ÖGNB GOLD)
  • Bauherrschaft: BAUGRUPPE SEEPARQ ASPERN GmbH | www.seeparq.at
  • Architektur: pos architekten ZT GmbH | www.pos-architecture.com
  • Bauphysik und ÖGNB Consultant: IBO-Institut für Bauen und Ökologie | www.ibo.at

GRÜNDERHAUS I 1220 Wien

  • Planung: 802 von 1.000 ÖGNB Punkten
  • Bauherrschaft: Gemeinnützige Wohn- und Siedlungsgesellschaft Schönere Zukunft Ges.m.b.H.
  • www.schoenerezukunft.at
  • Architektur: Simon & Stütz Architekten ZT GmbH | simonundstuetz.at
  • Bauphysik: Dr. Ronald Mischek ZT GmbH | www.mischek-zt.at
  • Haustechnik: Dr. Ronald Mischek ZT GmbH | www.mischek-zt.at
  • ÖGNB Consultant: RM-ENGINEERING | www.rm-e.at

magdas Küche I 1230 Wien

  • Fertigstellung: 961 von 1.000 ÖGNB Punkten | ÖGNB GOLD
  • Bauherrschaft: Caritas der Erzdiözese Wien (Caritasverband) | www.caritas-wien.at
  • Architektur: ATP Wien Planungs GmbH | www.atp.ag
  • Bauphysik: ATP Wien Planungs GmbH | www.atp.ag
  • Haustechnik: ATP Wien Planungs GmbH | www.atp.ag
  • Ausführung GU: Böhm Stadtbaumeister & Gebäudetechnik GmbH | www.strabag.com
  • ÖGNB Consultant: ATP sustain | www.atp.ag

Wolfurt InGate – ÖBB Güterterminal | 6922 Wolfurt

  • Fertigstellung: 925 von 1.000 ÖGNB Punkten | ÖGNB GOLD
  • Bauherrschaft: ÖBB-Infrastruktur AG | infrastruktur.oebb.at
  • Architektur: ostertag ARCHITECTS | www.ostertagarchitekten.at
  • Generalplaner: Werner Consult Ziviltechniker GmbH | www.wernerconsult.at
  • Bauphysik: BDT IB Bauphysik Ing. Karlheinz Wille | www.bdt-ib-bauphysik.net/
  • BHM INGENIEURE Engineering & Consulting GmbH | www.bhm-ing.com
  • Haustechnik: Werner Consult Ziviltechniker GmbH | www.wernerconsult.at
  • ÖGNB Consultant: IBO – Österreichisches Institut für Bauen und Ökologie GmbH | www.ibo.at

ÖBB Güterzentrum Inzersdorf | 1230 Wien

  • Fertigstellung: 900 von 1.000 ÖGNB Punkten | ÖGNB GOLD
  • Bauherrschaft: ÖBB-Infrastruktur AG | infrastruktur.oebb.at
  • Architektur: ARGE Neumann+Partner & Werner Consult Koppensteiner | www.wernerconsult.at
  • Bauphysik: iC Consulenten ZT | www.ic-group.org
  • Haustechnik: ARGE Neumann+Partner & Werner Consult Koppensteiner | www.wernerconsult.at
  • Bauleitung / ÖBA: Ingenos.Gobiet.GmbH | www.ingob.at
  • ÖGNB Consultant: IBO – Österreichisches Institut für Bauen und Ökologie GmbH | www.ibo.at

LZHS – Josef Rehrl Schule | 5020 Salzburg

  • Planung: 974 von 1.000 ÖGNB Punkten | Anwärter auf ÖGNB GOLD
  • Bauherrschaft: Land Salzburg, Salzburg Wohnbau GmbH (Baurechtsnehmer) | www.salzburg-wohnbau.at
  • Architektur: kofler architects | www.austria-architects.com/de/kofler-architects-salzburg
  • Bauphysik: Salzburg Wohnbau GmbH | www.salzburg-wohnbau.at
  • Haustechnik: Strabag AG | www.strabag.at
  • ÖGNB Consultant: Salzburg Wohnbau GmbH | www.salzburg-wohnbau.at

  Wohnhausanlage Handelskai | 1020 Wien

  • Planung: 756 von 1.000 ÖGNB Punkten
  • Bauherrschaft: Premium Bauträger GmbH | www.premium.co.at
  • Architektur: gerner°gerner plus | www.gernergernerplus.com
  • Bauphysik und Haustechnik: Mischek ZT GmbH | www.mischek-zt.at
  • ÖGNB Consultant: bauXund forschung und beratung gmbh | www.bauxund.at

SEEHUB | 1220 Wien

TZ2 – Technologiezentrum 2 | 1220 Wien

  • Planung: 932 von 1.000 ÖGNB Punkten | Anwärter ÖGNB GOLD
  • Bauherrschaft: WA Business & Service Center GmbH | www.wirtschaftsagentur.at/
  • Architektur: ATP Wien Planungs GmbH | www.atp.ag/integrale-planung
  • Haustechnik: ATP Wien Planungs GmbH | www.atp.ag/integrale-planung
  • Bauphysik und ÖGNB Consultant: ATP sustain GmbH | www.atp-sustain.ag

Wohnen am See | 1220 Wien

  • Planung: 871 von 1.000 ÖGNB Punkten | Anwärter ÖGNB GOLD
  • Bauherrschaft: Entwicklung Baufeld Omega GmbH
  • Architektur: Querkraft Architekten ZT GmbH | www.querkraft.at
  • Haustechnik: RHM GmbH | www.rhm.at
  • Bauphysik und ÖGNB Consultant: Schöberl & Pöll GmbH | www.schoeberlpoell.at

Wohnhausanlage Rüdengasse | 1030 Wien

  • Fertigstellung: 759 von 1.000 ÖGNB Punkten
  • Bauherrschaft: ALIQUA Immobilienverwertungs GmbH
  • Generalplanung / Architektur: ÖRAG – Österreichische Realitäten AG | www.oerag.at
  • Generalunternehmer: ARGE RÜDENGASSE: Dyckerhoff & Widmann GmbH, SWIETELSKY Baugesellschaft m.b.H.
  • Planungskoordination: IG-control GmbH
  • Statik: Werkraum Ingenieure ZT-GmbH
  • Bauphysik & ÖGNB Consultant: Exikon arc&dev | exikon.at

 

Bauen wie in der Zukunft

Es besteht wissenschaftlicher Konsens darüber, dass die Klimaänderung nicht mehr verhindert, sondern nur in ihrer Auswirkung gemindert werden kann. Höhere Temperaturen, längere Hitze- und Dürreperioden, häufigere Starkregenereignisse, Überschwemmungen und Starkwinde werden besonders einen massiven Einfluss auf die Bauwirtschaft haben. Selbst beim nachhaltigen Bauen wird in der Regel nach heutigen Maßstäben und Normen geplant und errichtet. bauXund hat gemeinsam mit der Universität für Bodenkultur Wien (Institut für Meteorologie) ein interaktives Beratungsdesign für Unternehmen aus der Bau- und Immobilienwirtschaft entwickelt, das anhand einer Vielzahl an Daten die Klimazukunft deutlich darstellt und so Bauen wie in der Zukunft ermöglicht. Lukas Clementschitsch (bauXund) und Herbert Formayer (BOKU) präsentierten das neue Beratungsangebot und beantworten Fragen.

Gebäudelabels: für oder gegen den Klimaschutz?

Welche Verantwortung haben Zertifizierungsysteme für die Klimaschutzpolitik und wie muss sich die Gebäudebewertung verändern, damit sie CO2-Neutralität im Gebäudesektor als zentrale umweltpolitische Zielsetzung unterstützt? Welche Gebäudeausweise / Zertifikate unterstützen Klimaschutzpolitik, welche nicht? Diese Fragen behandelt Robert Lechner (ÖGNB, ÖÖI) und gibt zudem einen Überblick über die in Österreich verwendeten Systeme.

Grundsätzliches zu Gebäudelabels

Die Geschichte der Gebäudebewertungssysteme beginnt Mitte der 90er Jahre. BREEAM und LEED waren dabei Vorreiter der Entwicklung, im Rahmen der „International Green Building Challenge“ kamen bereits zur Jahrtausendwende mehrere andere Bewertungsansätze hinzu (Frankreich HQE, Japan Casbee, Österreich: TQB). In Deutschland wurde diese Entwicklung lange beobachtet, erst im Jahr 2009 kam es zur Gründung der DGNB und des gleichlautenden Bewertungssystems. Der Fokus der frühen Bewertungenssysteme lag eindeutig im Umweltbereich, wenngleich TQB und BREEAM sehr bald „umfassende“ Bewertungsansätze lieferten.

Klimaschutz als zentrale Aufgabe

Von der Immobilienwirtschaft werden Bewertungsansätze für Gebäude gerne „umfassend“ ausgerichtet, die Argumentationsbasis dafür liefert das Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit aus Wirtschaft, Sozialem und Umwelt. Hinzu kommt die Prozessqualität und technische Qualität. Diesem Zugang kann auch einiges abgewonnen werden, wenn Nachhaltigkeitsbewertungssysteme nicht dazu beitragen, die großen bereits erkennbaren und vor allem die künftig erwartbaren Herausforderungen an unsere Gesellschaft durch den Klimawandel durch Komplexität auf der einen Seite, durch Marketingziele aller Systeme auf der anderen Seite zu verharmlosen. Nachhaltigkeitsbewertungssysteme im Gebäudesektor müssen darauf ausgerichtet sein, den Beitrag von Gebäuden am Klimawandel bzw. ihr Eignung zur Bewältigung der Klimakrise zu dokumentieren.
Es ist deshalb unabdingbar, dass den Themen Energieeffizienz, Energiebedarf und Treibhauspotenzial bei Entstehung und Betrieb besonderes Gewicht gegeben wird. Diese Zielsetzung erfüllen unterschiedliche am Markt vorhandene Bewertungssysteme in äußerst unterschiedlichem Ausmaß.

Gebäudebewertung
Gebäudebewertung

 

KLIMAAKTIV

Gemessen an der absoluten Zahl der bewerteten Gebäude ist klimaaktiv in Österreich eindeutiger Spitzenreiter, gefolgt von ÖGNB und DGNB. Diese Marktpräsenz ist nicht zuletzt auch dadurch erklärbar, weil klimaaktiv als „nationales System“ von der öffentlichen Hand (BMLFUW) getragen wird. Gemessen an der Klimaschutzrelevanz der Systeme ist diese Vormachtstellung auch beruhigend: klimaaktiv hat einen eindeutigen Schwerpunkt auf Energieeffizienz und CO2-Reduktion im Bewertungsansatz implementiert.

klimaaktiv
klimaaktiv

Bis zu 50 Prozent des Bewertungsergebnisses hängen direkt mit Klimaschutz und Energieeffizienz zusammen. Erfüllt ein Gebäude nicht die Mindestkriterien im Bereich Energieeffizienz, dann kann es gar nicht deklariert werden: Daraus resultiert hohe Glaubwürdigkeit im Bereich des Klimaschutzes.

ÖGNB

Das Bewertungssystem der ÖGNB ist hinsichtlich der Kriterien zu 100 Prozent mit jenem von klimaaktiv kompatibel: Daraus resultiert indirekt die inhaltlich gleichwertige Berücksichtigung von Energieeffizienz und Vermeidung der Treibhausgase in beiden Bewertungsansätzen. Aus der Geschichte des ÖGNB-Bewertungsansatzes ergibt sich aber eine andere Gewichtung der Kriterien, hinzu kommt auch eine umfassende Berücksichtigung der Standort- und Ausstattungskriterien. Die ÖGNB ist auch die einzige Organisation, die Bestandsgebäude und Neubauten mit den gleichen Bewertungskriterien (und Gewichtungen) beurteilt: Daraus soll das Augenmerk auf die Hauptaufgabe im Gebäudesektor für die Bewältigung der Klimakrise gelegt werden und diese wird in der Optimierung des Bestands sein.

ÖGNB
ÖGNB

Nur Gebäude, die mindestens 90 Prozent Erfüllungsgrad aller Beurteilungskriterien einhalten, werden gesondert mit „ÖGNB Gold“ gewürdigt. Dadurch wird gewährleistet, dass kein Gebäude unter diesem Benchmarkwert herausragende Marketing-Möglichkeiten vorfindet und das kein Gebäude mit ÖGNB-Gold nicht auch beim hochwertigen klimaaktiv-Standard zumindest in Silber-Qualität erreichen kann.

BREEAM

Ein ähnlicher Zugang wird von BREEAM gesucht: Auch hier macht die Bewertungskategorie „Energy“ 20 Prozent des Bewertungsansatzes aus. Die Benchmark-Werte sind aber weitaus weniger ambitioniert, als dies bei klimaaktiv der Fall ist. Es ist davon auszugehen, dass lediglich „Outstanding-Gebäude“ vergleichbare Qualitäten wie klimaaktiv belegen können, wenngleich damit nicht gesagt ist, dass diese Gebäude weit über die Basiskriterien von klimaaktiv hinauskommen.

LEED

LEED gewichtet die Energiekriterien zwar mit 30 Prozent: Die Benchmarks sind aber leider allzu sehr an die in Nordamerika vergleichsweise „schlechten“ Standards angepasst. Nur wenige „Platin-Gebäude“ von LEED halten die klimaaktiv Basiskriterien ein.

Leed
Leed

 

DGNB

Die geringste Bedeutung von Energieeffizienz und Vermeidung von Treibhausgasen gibt das Bewertungssystem der DGNB: Lediglich rund 13,5 Prozent fallen grundsätzlich in diese Bewertungskategorie, wobei der direkte Energieverbrauch im Betrieb und damit die direkten Treibhausgasemissionen wahrscheinlich nur bei einem Drittel des Bedeutungsgewichts im Bewertungssystem liegen werden.

In Österreich erfüllen nur wenige DGNB-Gebäude (auch höchster Auszeichnungsstufen) die Basiskriterien von klimaaktiv. Dies liegt u.a. auch daran, dass dem Thema Energie und Klimaschutz vergleichsweise wenig Bedeutung zugemessen wird.

DGNB
DGNB

Podiumsdiskussion Road to Zero V – „Wie wir die Klimaziele erreichen“

Road to Zero V – 500 Tage nach Paris

„Wie wir die Klimaziele erreichen“

Im Dezember 2015 beschlossen 195 Mitgliedsstaaten der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) das völkerrechtlich bindende, sogenannte Paris-Abkommen. Experten diskutieren, wie wir die Klimaziele im heimischen Gebäudesektor erreichen können.

Am Podium (Foto):

Wolfgang Amann, IIBW – Institut für Immobilien, Bauen und Wohnen
Günter Lang, Passivhaus Austria
Robert Lechner, ÖGNB – Österreichische Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen, ÖÖI – Österreichisches Ökologie Institut
Moderation: Gisela Gary, Journalistin Bauwirtschaft und Architektur

Staatspreis Architektur und Nachhaltigkeit – Ausschreibung 2017

Staatspreis Architektur und Nachhaltigkeit – Ausschreibung 2017

Das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMFLUW) schreibt zum fünften Mal den Staatspreis „Architektur und Nachhaltigkeit“ aus. BauherrInnen, ArchitektInnen und FachplanerInnen sind eingeladen Projekte einzureichen, die anspruchsvolle Architektur mit ressourcenschonender Bauweise verbinden.

Einreichungen sind ab 01.02.2017 bis 14.04.2017 möglich.

Die Siegerprojekte werden im Herbst 2017 durch Bundesminister Andrä Rupprechter prämiert.

Weitere Information & Online-Einreichung: www.klimaaktiv.at/staatspreis

Ausschreibung_Info

StAuN2017_Flyer_Ausschreibung_barrierefrei (2)

Podiums-Diskussion: „Die österr. Klimastrategie – Was zu erhoffen ist!“

Road to Zero IV – 400 Tage nach Paris

„Die österreichische Klimastrategie – Was zu erhoffen ist!“

In wenigen Wochen wird die heimische Klimastrategie festgelegt. Experten diskutieren über mögliche Details und wie die Strategie für den Gebäudesektor aussehen sollte.

Am Podium:

Robert Lechner,
ÖGNB – Österreichische Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
ÖÖI – Österreichisches Ökologie Institut

Jürgen Schneider,
Umweltbundesamt

Michael Pech,
ÖSW – Österreichisches Siedlungswerk
GBV – Österreichischer Verband gemeinnütziger Bauvereinigungen

Moderation:
Gisela Gary
Journalistin Bauwirtschaft und Architektur

 

Raus aus den Fossilen ist volkswirtschaftliche Notwendigkeit

Stell dir vor: Die Öko-Wende findet statt und Österreich ist nicht dabei! Acht Millionen Tonnen CO2 im Jahr 2050 müssen für Ernährung und Arbeit eingesetzt werden, nicht fürs Heizen!

Im Bereich der Haushalte stellt die Raumwärme mit rund zwei Dritteln des heimischen Endenergieverbrauchs die wichtigste Energienutzung dar. Um die Klimaziele Österreichs erreichen zu können, bedarf es Maßnahmen zur Energieeffizienz und einen raschen Schenk hin zu erneuerbaren Energieträgern für die Raumwärme. Doch die heimische Klimapolitik ist aktuell von Stillstand und Rückschritten geprägt.

Robert Lechner von der Österreichischen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen: „Seit mehr als zwei Jahrzehnten wird jede noch so überzeugende Analyse zum Klimawandel und ihren Ursachen gezielt in Zweifel gezogen; jeder Versuch, ambitionierte und den Notwendigkeiten angemessene Maßnahmenprogramme zu entwickeln, wird durch eine ungewohnte Allianz aus extrem wirtschaftsliberaler Grundhaltung (Wachstum! Wachstum! Wachstum!) samt Nebengeräuschen (Weg mit den Reglementierungen!) und sozialpolitisch argumentierter Klientelpolitik „für den sogenannten kleinen Mann“ (Wir nicht – die anderen sind schuld!) samt gezielter Angstmache (Ausländer! Sozialschmarotzer!) torpediert und auf gut österreichisch: abgeschossen, bevor es noch ernsthaft diskutiert wurde.“

Aus einer reinen Vernunftüberlegung hat Österreich aufgrund der Klimaziele künftig allerhöchstens zehn Prozent oder acht Millionen Tonnen CO2-Äquivalent zur Verfügung. „Die wichtigste Frage lautet – aus heutiger Perspektive – nicht: Wie schaffen wir das? Die wichtigste Frage lautet: Was machen wir mit unseren acht Millionen Tonnen CO2 im Jahr 2050?“, erklärt Lechner.

Es ist klar, wofür wir auch im Jahr 2050 noch Treibhausgase exmittieren müssen: für Ernährung und Arbeit. Besser gesagt: Land- und Viehwirtschaft, Industrie und Produktion. Hoffentlich nicht für Verkehr oder Abfallwirtschaft. Mit Sicherheit nicht für Gebäude, denn hier gibt es längst Alternativen und technische Lösungen. Lechner: „Die einfache, volkswirtschaftlich notwendige Antwort lautet daher: Raus aus Öl- und Gasheizung, und zwar nicht irgendwann, sondern sofort. Vereinfacht: Was ist uns lieber – öl- und erdgasbeheizte Wohnungen oder Nahrung, Produktion und Arbeitsplätze?“

Ungekürzter Fachkommentar

Hintergrunddaten

Experten-Befragung: Leistbarkeit und Energie-Effizienz kein Widerspruch

Neben der heurigen Expertenbefragung „Zukunft Bauen“ bestätigt auch eine Studie des Energieinstituts Vorarlberg die Rolle der Energieeffizienz für die Leistbarkeit.

Warum steigen die Wohnungskosten? Das hat wenig mit dem Bauen selbst zu tun. Größte Kostentreiber – neben fehlender Planung – sind Grundpreise und andere marktbedingte Faktoren:

  • Die Bevölkerung wächst und braucht mehr Wohnraum.
  • Das Angebot ist nicht ausreichend groß.
  • Vorhandene Wohnungen kommen nicht auf den Markt.
  • Wegen der Zinssituation sind Vorsorgewohnungen und Immobilieninvestition zunehmend gefragt.

Wir erleben also einen typischen Verkäufermarkt: die Nachfrage ist größer als das Angebot, demnach ist das Güterangebot relativ knapp, und die Preise haben die Tendenz zu steigen.

Billiger bauen als Abhilfe?

Würde es helfen, zwecks Senkung der Baukosten bei der Energieeffizienz zu sparen? Die klare Antwort ist: Nein. Vielmehr ist Energieeffizienz ein stabilisierender Faktor, wenn man die Lebenszykluskosten betrachtet. Das bestätigen die Aussagen der Expertenbefragung „Zukunft Bauen“ nachdrücklich:

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79 Prozent der Befragten halten die Lebenszyklus-Kosten für wichtig: ‚Leistbarkeit muss alle Kosten über den ganzen Lebenszyklus erfassen: Bauen, Betrieb und Erhaltung, Renovierung (und Umgestaltung), Abriss, Wiederverwertung, Entsorgung.‘ (Note 1,66). Sogar 86 Prozent meinen, primär braucht man ein umfassendes Konzept: ‚Wird beim Gebäudekonzept gespart, etwa bei Gebäudehülle, Lüftung, Sonnenschutz, führt das langfristig zu Mehrkosten und/oder Komfortverlust.‘ (Note 1,60). Die Zweckbindung der Wohnbauförderungsmittel wünschen sich drei Viertel zurück (Note 1,79).
Letztgereiht findet sich die Frage, ob ‚heutige Ausgaben schwerer wiegen als zukünftige Ersparnisse‘. Die unentschiedene Durchschnittsnote (3,08) verbirgt eine Polarisierung, denn Zustimmung / Ablehnung sind mit 37,1 / 41,2 Prozent der Antworten etwa gleich groß.

Lieber gut investieren als später draufzahlen

Die EIV-Studie „KliNaWo“ (siehe Anhang) unterstreicht diese Ergebnisse der Expertenbefragung:

  1. Die (geringen) Mehrkosten hocheffizienter Gebäudevarianten werden im Lebenszyklus durch geringere Betriebskosten mehr als kompensiert.
  2. Die Kostenoptima des Primärenergiebedarfs liegen – auch ohne Förderung – weit unter den derzeitigen und den geplanten Grenzwerten der Bauordnungen und der Wohnbauförderungen
  3. Lebenszykluskosten sollten verstärkt als Entscheidungskriterium herangezogen werden.

Das magische Dreieck „Leistbarkeit – Energieeffizienz – Baukultur“

Auch für das Querschnittsthema Baukultur wurde vermutet, dass es zu den anderen Themen quer liegen könnte. Die Expertenbefragung hat ausdrücklich danach gefragt: Die Aussage ‚Leistbarkeit, Energieeffizienz und Baukultur gehören zu den vielfältigen Rahmenbedingungen einer guten Planung und sind zu berücksichtigen.‘ findet 87,9 Prozent Zustimmung mit Note 1,54.
69,3 Prozent der Befragten meinen, dass ‚Leistbarkeit und Energieeffizienz „gut zu vereinbaren“ sind‘ (Note 2,17). Wie immer wurden klimaaktiv-Partnerinnen/Partner und Nicht-Partner auch getrennt ausgewertet: Bei diesem Punkt ist die Zustimmung der klimaaktiv-Gruppe um eine halbe Note höher!

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Energieeffizienz ist ein Sanierungsthema

Im Neubau fallen bei frühzeitiger ganzheitlicher Planung kaum noch relevante Mehrkosten an. Die Sanierung hingegen bleibt eine Herausforderung, Planung und Ausführung sind aufwändig, und Förderung, etwa durch den Sanierungsscheck, bietet wenig Anreiz. Das meinen jedenfalls die Befragten, und sehen die Förderstellen unter Zugzwang: jeweils 76 Prozent stimmen den folgenden beiden Aussagen zu:
‚Die Sanierungsrate steigt viel zu langsam und liegt deutlich unter den Erwartungen‘ (Note 1,89) und ‚Die ‚staatliche Förderung für thermische Sanierung muss massiv ausgebaut werden, um die Sanierungsrate zu erhöhen und die Qualität zu steigern‘ (Note 1,93).

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Die drei weiteren Aussagen polarisieren stark:
‚Maßnahmen wie Dämmung im Übermaß oder zwangsweise Lüftung haben mehr Nachteile als Vorteile und rechnen sich nicht.‘ bekommt 42,8 Prozent Zustimmung und 41,4 Prozent Ablehnung (Note 3,00).
Sind nun die Anforderungen zur Energieeffizienz (im Neubau) zu gering oder zu hoch?

Um möglichst klare Antworten zu bekommen, haben wir separat gefragt:
‚Die Anforderungen … sind zu gering‘ findet mit jeweils 36,6 Prozent gleichermaßen Zustimmung und Ablehnung (Note 3,03). ‚Die Anforderungen … sind zu hoch‘ bejahen ein Drittel (33,6 Prozent), während beinahe die Hälfte (47,8 Prozent) nicht zustimmt, also höhere Anforderungen befürwortet. In Summe ergibt sich ein Übergewicht für höhere Anforderungen von 84,4 zu 70,2.
Auch bei dieser Frage zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen klimaaktiv-Partnerinnen/Partnern und Nicht-Partnern. Den Aussagen 1, 2 und 4 stimmt die klimaaktiv-Gruppe mehr zu als die übrigen Befragten, 3 und 5 hingegen weniger. Bei allen fünf Themen unterscheiden sich die Bewertungen signifikant!

Kostenoptimalität

Die Berechnung der ‚Kostenoptimalität‘ berücksichtigt Faktoren wie Lage, Gebäudetypen und Energiepreise. Laut „Zukunft Bauen“ sind die wichtigsten Einflussgrößen Politik und ‚die Märkte‘.
80 Prozent stimmen zu, dass ‚Die neuen Klimaziele – Energieverbrauch minus 40 % bis 2030 – noch konsequentere Vorgaben für Energieeffizienz und erneuerbare Energie im Gebäudebereich erfordern.‘ (Note 1,63); 73 Prozent meinen ‚Die derzeit niedrigen Energiepreise für fossile Energie verfälschen die Erwartungen und führen so zu falschen Investitionsentscheidungen.‘ (Note 1,69).

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Nur etwas weniger hoch ist die Zustimmung für ‚Bei einem Betrachtungszeitraum von 30 Jahren liegen energieeffiziente Gebäude (das sind zumindest Niedrigstenergiegebäude) im kostenoptimalen Bereich.‘ (Note 1,95) und ‚Die Förderungen für Neubauten und Sanierungen sollen sich vermehrt dem Thema Kostenoptimalität und Lebenszykluskostenbetrachtung (LCC) widmen.‘ (Note 2,02).

Klimaschutz: 84 % gegen Ölheizung im Neubau, 56 % gegen Gas

Die Begrenzung der Erderwärmung auf unter 2° Celsius, möglichst nur 1,5°, wurde bei der Pariser Klimakonferenz COP21 vorgegeben und von der EU am 4.11. beschlossen. Daher soll bis 2050 auch die Verwendung der fossilen Energieträger drastisch reduziert werden. Dementsprechend meinen 84 Prozent ‚Ölheizungen sollen bei Neubauten (egal ob gefördert oder freifinanziert) nicht mehr zur Anwendung kommen.‘ (Note 1,60), und auch für ‚Gasheizungen‘ meinen das bereits 56 Prozent (Note 2,50). Eine aktuelle Studie (siehe Anhang 2) unterstreicht das: „Billiges Erdgas würde dazu führen, dass bis 2050 sogar mehr Treibhausgase ausgestoßen werden als heute.“

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Fast 60 Prozent der Expertinnen und Experten befürworten ‚Die energetischen Anforderungen bei Neubauförderungen sollten weiterhin deutlich (mind. 25%) über den Bauordnungsstandards liegen.‘ (Note 2,39), ebenso viele widersprechen der Aussage ‚Fossile Energieträger können vor 2050 nicht ersetzt werden, weil unsere Lebenssysteme danach ausgerichtet sind.‘ Das heißt, 57 Prozent halten Fossile Energieträger vor 2050 für ersetzbar, nur 27 Prozent nicht.

Nachhaltige Wünsche an die öffentliche Hand

Grundsätzlich sollten Bund und Länder mit gutem Beispiel voran gehen, wenn es um Planung und Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen geht. Wo steht Österreich hier?  „300 Tage nach Paris“ befasste sich die ÖGNB Österreichische Gesellschaft für nachhaltiges Bauen und die Medienstelle für Nachhaltiges Bauen mit der Rolle und Verantwortung der öffentlichen Hand für die Umsetzung der Klimaschutzziele im Gebäudebereich. Am 4. November tritt das Klimaabkommen in Kraft.

 

„Vier Prozent aller österreichischen Gebäude – 22 Prozent aller Bürogebäude, 30 Prozent der Gebäude für Verkehr, Kultur, Freizeit oder Bildung sowie 2,5 Prozent der Wohngebäude – befinden sich in direktem Eigentum von Bund, Länder oder Gemeinden – ohne ausgelagerte Institutionen mitzurechnen. Aus meiner Sicht hat die öffentliche Hand größten Einfluss auf den Gebäudesektor. Das Ziel muss sein: 2050 weitestgehend CO2-neutral zu sein. Der Gebäudesektor hat beste Voraussetzungen das zu erreichen“, stellt Robert Lechner von der ÖGNB fest.

„Im Gebäudebereich passiert recht viel, es sind die Technologien und das Know-how vorhanden – und trotzdem hebt die Nachhaltigkeit im Baubereich nicht so richtig ab“, meint Monika Auer von ÖGUT, Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik. Ihre Wünsche an die öffentliche Hand: „Es braucht ein Ziel und man muss auch Stimmung dafür machen. Man muss einen gesellschaftlichen Diskurs führen: Energieeffizienz und nachhaltiges Bauen kostet nicht nur, es bringt auch einen Nutzen.“

„Die globale Erwärmung soll deutlich unter zwei Grad Celsius und maximal auf 1,5 Grad reduziert werden. Mit den derzeitigen Zusagen der Staaten kommen wir dort aber nicht hin, sondern etwa auf 2,7 Grad. Seit 2005 gibt es eine Reduktion der Treibhausgase in Österreich, der Trend ist aber wieder durchbrochen: 2015 hatten wir wieder 2,3 Prozent mehr Emissionen. Wir haben einfach keine wirklich funktionierende Klimaschutzpolitik. Es braucht klare Ziele“, attestiert Johannes Wahlmüller von Global 2000. Was ist zu tun? „Es gibt Emissionen, die schwer vermeidbar sind, etwa in der Landwirtschaft. Im Gebäudebereich ist dagegen viel möglich, alle Technologien sind vorhanden. Man müsste bis 2050 den gesamten Gebäudebestand durchsanieren. Dafür bräuchten wir eine Sanierungsrate von drei Prozent, von der wir aber weit entfernt sind. Beim Neubau müsste man in Richtung Passivhaus-Standard kommen. Die Heizsysteme müssen künftig auf Basis erneuerbarer Energien laufen. Außerdem braucht es steuerliche Anreizsysteme. Dann kann es auch gelingen, dass die Ziele erreicht werden.“

„Ein ganz wesentlicher Teil der Bebauungsflächen stammen von der öffentlichen Hand, vor allem von der Gemeinde“, erklärt der Vorarlberger Bauexperte Karl Torghele, Firma Spektrum, und thematisiert die Kleinstrukturierung Österreichs: „Eine Vorarlberger Gemeinde hat durchschnittlich 3.300 Bewohner und deren Bürgermeister haben im Allgemein vom Bauen keine Ahnung. Weder das rechtliche noch das technische Basiswissen ist vorhanden.“ Durch ein gemeinsames Projekt mit dem Umweltverband bei dem eine Komplett-Beratung angeboten wird, konnte erreicht werden, dass seit 2011 90 Prozent aller Gebäude diesen Qualitätssicherungsprozess durchlaufen. Torghele betont: „Der Bürgermeister ist als Konsument und Endverbraucher zu verstehen. Wenn ich dem erkläre er bekommt eine gesunde Schule, fangen bei dem die Augen an zu leuchten. Dann kann ich ihn in diesem Moment auch überzeugen, dass er eine Lüftungsanlage einbaut. Und wenn dann auch noch das Thema regionale Wertschöpfung transparent wird, haben Sie den Bürgermeister auf Ihrer Seite. So ist aus der Schwäche der Kleinstrukturierung eine Stärke entstanden.“

„China hat nicht aus Gründen eines Kommitments den Klimazielen zugesagt, sondern die haben einfach eine miese Luft, die ihnen langsam ausgeht. Die machen das aus Bedrängnis. Bei uns ist die Bedrängnis offenbar noch nicht so groß. Nach wie vor kann mit Beschneiungsanlagen das Wichtigste gerettet werden“, meint Christian Pöhn von der Stadt Wien, MA39. Er erinnert an die Komplexität der Nachhaltigkeit: „Eine Umstellung auf Erneuerbare wird niemand bestreiten, das ist das Ziel. Aber die Frage ist wie das Ganze dann funktioniert. Es braucht eine Diskussion darüber was machbar ist. Wir müssen unbedingt die Zahl der Informierten erhöhen.“ Ab 2019 darf die öffentliche Hand ausschließlich Niedrigstenergiegebäude errichten, für Pöhn ein zweischneidiges Schwert: „Man sollte darüber nachdenken, wie viele Häuser überhaupt noch errichtet werden sollen. Und: Ob das Niedrigstenergiegebäude um zwei Prozent unter- oder überboten wird, ist schnurzegal. Entscheidend ist wie viele Bestandsgebäude wir auf ein vernünftiges Niveau sanieren können. Wir sollten sanieren, aber nicht drei Prozent, sondern hoffentlich das, was zu sanieren notwendig ist. Nachhaltig ist es, wenn eine Maßnahme getroffen wird zu einem Zeitpunkt, wo sie getroffen werden muss. Wenn sowieso Kosten entstehen und Aufwände abgezogen werden können. Wir sollten die Dinge wahrnehmen, die gut funktionieren: Etwa bei Einfamilienhäusern fördern, im städtischen Bereich Kompaktheiten und günstige Energieträger nutzen sowie insgesamt über Energieraumplanung nachdenken.“

Wortmeldungen stark gekürzt.

General-Sanierung Parlament mit Gold von ÖGNB und klimaaktiv ausgezeichnet

Gold-Auszeichnung erstmals für ein Gebäude mit besonders hohen Anforderungen an den Denkmalschutz vergeben. Nachhaltigkeit kein Widerspruch zu Baukultur.

Bereits im Jänner 2014 wurde nach einem Hearing von der Parlamentsdirektion in Abstimmung mit der Projektsteuerung zur Generalsanierung des Parlamentsgebäudes entschieden, dass das Parlamentsgebäude sowohl nach den für Klimaschutz besonders anspruchsvollen Kriterien der Klimaschutzinitiative klimaaktiv des Umweltministeriums als auch nach den auf das Forschungsprogramm Haus der Zukunft des BMVIT zurückzuführenden umfassenden Qualitätskriterien der ÖGNB – Österreichischen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen geplant und errichtet werden soll.

Im Oktober 2016 ist nun ein wichtiger Meilenstein dieser externen Qualitätssicherung und Nachhaltigkeitsbewertung umgesetzt: Das künftige Parlamentsgebäude erhält von klimaaktiv und ÖGNB für die vorliegende Planung die Auszeichnung „klimaaktiv GOLD“ und „ÖGNB Gold“, welche erstmals für ein Gebäude mit besonders hohen Anforderungen an den Denkmalschutz vergeben wurden.

„Gerade in Tagen wie diesen zeigt die Sanierung des Parlamentsgebäudes, dass auch denkmalgeschützte Bauwerke einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten können. Das Parlament wird dadurch zur „Botschafterin für Nachhaltiges Bauen“ und sendet ein wichtiges Signal an jene, die am Pariser Klimaschutzabkommen Zweifel anbringen. Es ist mir eine Freude, dass die ÖGNB und klimaaktiv dabei gemeinsam mit allen an der Planung Beteiligten für Qualitätssicherung und Nachhaltigkeit sorgen.“ – Robert Lechner, ÖGNB

Es ist besonders erfreulich, dass durch das vorliegende Sanierungskonzept belegt werden kann, dass historisch-architektonische Qualitäten sehr gut auch mit strengen Anforderungen an Nachhaltigkeit, Umwelt und Klimaschutz in Einklang gebracht werden können. Bei der Parlaments-Sanierung kommt dies beispielsweise durch eine spürbare Reduktion des Energieverbrauchs und eine deutliche Steigerung im Bereich des Komforts und der Behaglichkeit für die Nutzerinnen und Nutzer des Gebäudes zum Ausdruck. Die Basis dafür ist eine frühzeitige Einbeziehung von Nachhaltigkeitszielen in den Planungs- und Entscheidungsprozess und dafür ist in Anbetracht des herausragenden Ergebnisses allen Beteiligten großer Respekt zu zollen.

Dem Beispiel des Parlamentsgebäudes sollen möglichst viele andere historische Gebäude folgen: Nachhaltigkeit und Klimaschutz stehen nicht im Widerspruch zu höchsten Anforderungen an die Baukultur, sie ergänzen einander.

Folgende Qualitäten sind aus Sicht der Nachhaltigkeitsbewertung besonders hervorzuheben:

  • Energieeffizienz: Der Heizenergiebedarf kann gegenüber dem Bestand um mehr als 60 Prozent reduziert werden; für ein denkmalgeschütztes Gebäude ein herausragend guter Wert.
  • Haustechnik, Beleuchtung: Im Bereich der technischen Ausstattung werden modernste und damit besonders energieeffiziente Systeme eingesetzt. So gelingt es, dass trotz einer deutlichen Erweiterung der Nutzflächen der Energiebedarf des Gebäudes geringer sein wird als vor der Sanierung.
  • Behaglichkeit und Komfort: Die thermische Behaglichkeit wird im Sommer und im Winter deutlich besser sein als zuvor.
  • Gesundheit, Qualität der Innenraumluft: Schadstoffbegehung vor Baubeginn, Produkt- und Chemikalienmanagement samt Auswahl unbedenklicher Materialien sorgen für die Erfüllung höchster Ansprüche bei der Qualität der Innenraum.
  • Barrierefreiheit: Bislang unerschlossene Allgemeinbereiche des Parlaments werden künftig barrierefrei erreichbar sein.

Robert Lechner, Leiter des Österreichischen Ökologie-Instituts und Vorsitzender der ÖGNB anlässlich der Übergabe der Planungszertifikate an Nationalratspräsidentin Doris Buris und im Beisein der Generalplaner Jabornegg & Pálffy (Architektur) und AXIS Ingenieurleistungen ZT GmbH sowie von Umweltminister Andrä Rupprechter, der die klimaaktiv-Auszeichnung übergab: „Gerade in Tagen wie diesen zeigt die Sanierung des Parlamentsgebäudes, dass auch denkmalgeschützte Bauwerke einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten können. Das Parlament wird dadurch zur „Botschafterin für Nachhaltiges Bauen“ und sendet ein wichtiges Signal an jene, die am Pariser Klimaschutzabkommen Zweifel anbringen. Es ist mir eine Freude, dass die ÖGNB und klimaaktiv dabei gemeinsam mit allen an der Planung Beteiligten für Qualitätssicherung und Nachhaltigkeit sorgen.“

Bilder:

ÖGNB Gold Parlament

Plakette Parlament Planung

Fotos: ÖGNB

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EVENT „ROAD TO ZERO – 300 TAGE NACH PARIS“

Die
Österreichische Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen ÖGNB
und die
Medienstelle für Nachhaltiges Bauen
luden ein zu

Road to Zero – 300 Tage nach Paris

„Nachhaltig Bauen – Verantwortung der öffentlichen Hand“

am

Freitag, 7. Oktober 2016, 14 Uhr
in den Räumlichkeiten der
IG Architektur, Gumpendorfer Straße 63 B, 1060 Wien
Eintritt frei, Anmeldung erforderlich unter medienstelle@nachhaltiges-bauen.jetzt

Am Podium:
Monika Auer, ÖGUT
Christian Pöhn, Stadt Wien MA39
Karl Torghele, Spektrum – Zentrum für Umwelttechnik und -management GmbH
Johannes Wahlmüller, Global 2000
Robert Lechner, ÖGNB, ÖÖI – Moderation

Nachhaltig Bauen – Verantwortung der öffentlichen Hand

„300 Tage nach Paris“ befasst sich die bei der ÖGNB eingerichtete Medienstelle für Nachhaltiges Bauen mit der Rolle und Verantwortung der öffentlichen Hand für die Umsetzung der aus COP21 Paris resultierenden Klimaschutzziele im Gebäudebereich.

Bereits aufgrund vorhandener EU-Bestimmungen im Rahmen der EU-Gebäuderichtlinie wird der Handlungsbedarf deutlich: Spätestens ab dem 1.1.2019 müssen alle neu errichteten Gebäude grundsätzlich den Anforderungen von Niedrigstenergiegebäuden entsprechen; viel Aktivität ist hier bislang nicht zu bemerken. Unabhängig davon: Grundsätzlich sollten Bund und Länder mit gutem Beispiel voran gehen, wenn es um Planung und Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen geht. Wo steht Österreich hier? Welche Strategien werden verfolgt? Welche Rolle hat der Bund, welche die Länder und Gemeinden?

„300 Tage nach Paris“ werden in gewohnt fundierter Form Hintergründe aufgezeigt, der Status Quo beschrieben und empfehlenswerte Ansätze der Öffentlichkeit vorgestellt.

Anmeldung:

Medienstelle für Nachhaltiges Bauen/ÖGNB
medienstelle@nachhaltiges-bauen.jetzt, www.nachhaltiges-bauen.jetzt/road-to-zero
Diese Information wird über mehrere Verteilerlisten ausgesendet, wir entschuldigen uns für Mehrfachzusendungen!

Zersiedelung: Auf Kosten von Umwelt, Boden und öffentlichen Mitteln

Beim Thema „Leistbares Wohnen“ werden ökologische und volkswirtschaftliche Argumente nicht immer gerne gehört. Ein Aspekt spielt aber eine wesentliche Rolle: die Siedlungsform.

Mit Ergebnissen aus neuesten Studien sowie Fach-Kommentaren von:

Andrea Kraft, Energie- und Umweltagentur NÖ eNu
Johannes Kislinger, Innovative Gebäude

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GESAMTFASSUNG ONLINE

Kurzfassung:

In einer Analyse des Österreichischen Institutes für Raumplanung ÖIR zeigt sich sehr deutlich die Siedlungsstruktur Österreichs: Rund 80 Prozent der österreichischen Bevölkerung lebt in Siedlungseinheiten (mindestens 500 Einwohner, Gebäude maximal 200 Meter von einander entfernt). Aber: Ohne den großen Landeshauptstädten leben nur rund 46 Prozent in Siedlungseinheiten, die Siedlungseinheiten weisen sehr unterschiedliche Dichten auf – von 600 bis 25.000 Einwohnern pro Quadratkilometer, und: 24 Prozent aller Gemeinden weist keine Siedlungseinheit auf – insgesamt 578 Gemeinden mit knapp 500.000 Einwohnern.

Die umfangreichen Verkehrsinvestitionen der letzten Jahrzehnte im Straßenbau und in den Großstadt-Ballungsräumen auch in den öffentlichen Verkehr ermöglichen einer großen Zahl von Menschen die Realisierung des Wunschbildes „Arbeiten in der Stadt – Wohnen auf dem Land“. Die Studie „Einfamilienhaus und verdichtete Wohnformen – eine Motivenanalyse“: „Der Siedlungsflächenverbrauch wird dadurch laufend erhöht, der Berufsverkehr erzwingt laufend weitere Verkehrsinvestitionen, während auf den öffentlichen Verkehr hin orientierte Gestaltung der Stadtentwicklung seitens der Umlandgemeinden unterbleibt.“ Und nicht zu vergessen: Auch die Pendlerförderungen mit rund 1,4 Mrd. Euro gehen zu Lasten des öffentliche Haushaltes.

Schon aus früheren Untersuchungen bestätigt sich die gewonnene Erkenntnis, dass die Infrastrukturkosten je Einwohner abnehmen, je dichter die Besiedlung ist. Dabei liegen die Unterschiede eher in der Gebäudetypologie (Einfamilienhaussiedlungen, Reihenhaussiedlung bis zu Geschosswohnbauten) sowie in der örtlichen Situierung der Neubaugebiete zur bestehenden Infrastruktur begründet als in der großräumigen Lage.

Es zeigt sich, so die Studie „Zu Energierelevanten Aspekten der Entstehung und Zukunft von Siedlungsstrukturen und Wohngebäudetypen in Österreich“, dass vor allem Streusiedlungen einen hohen Einsatz an Grauer Energie erfordern und diese im Besonderen für die Errichtung von Straßen und Infrastrukturleitungen aufgewandt wird. Bei Einfamilienhäusern in Streusiedlungslage übersteigt der Energiebedarf für die Errichtung der Infrastruktur den Energiebedarf für die Errichtung des Gebäudes deutlich.
Inkludiert man den Energieaufwand für Instandhaltungsarbeiten und rechnet die Graue Energie auf 100 Jahre, werden die Unterschiede zwischen den Wohnsiedlungsformen noch deutlicher: Das Einfamilienhaus in Streulage kommt auf 1178.471 kWh/100 Jahre, Einfamilienhaus 702.331 kWh/100 Jahre. Wohnbau dreigeschoßig schlägt mit 276.295 kWh zu Buche, der siebengeschoßige mit 264.089 kWh. Mehrfamilienhäuser (drei und sieben Geschoße) benötigen demnach weniger als 25 Prozent der für Einfamilienhäuser in Streulage aufgewandten Grauen Energie.

„Ein energieeffizientes Gebäude „auf der grünen Wiese“ ist demgemäß kein positives Beispiel für Nachhaltigkeit. Die nachhaltige Gestaltung richtet sich vor allem nach den Faktoren: Lage des Gebäudes, Flächenverbrauch und Wohnform. Das freistehende Einfamilienhaus wird vielfach als erstrebenswerte Wohnform gesehen, da es für die BesitzerInnen den höchsten Individualitätsanspruch erfüllt. Gleichzeitig ist aber mit dieser Wohnform der höchste Flächen- und Ressourcenverbrauch verbunden, was sich auch in den Kosten für die Erschließung und dem erhöhten Verkehrsaufkommen niederschlägt“, hält dazu Andrea Kraft von der Energie- und Umweltagentur NÖ eNu, fest.

„In Österreich ist das Bewusstsein etwas angewachsen, die Geschwindigkeit der Versiegelung nimmt dennoch nur langsam ab. In der Zeitspanne von 2006 bis 2012 stieg der Flächenverbrauch um zehn Prozent an, hingegen wuchs die Bevölkerung im gleichen Zeitraum nur um zwei Prozent“, so Johannes Kislinger, Innovative Gebäude. Und, zum Beispiel Niederösterreich: „Die Bebaubarkeit eines Grundstückes wird in NÖ in der Bauordnung und im Raumordnungsgesetz geregelt. In den letzten Jahrzehnten war die zulässige Bebaubarkeit von Grund und Bauland Gegenstand zahlreicher meist emotional geführter Debatten, die auch bis zum Höchstgericht ausgefochten wurden. Der Paragraf 54 der Bauordnung regelt deshalb seit 2014 neu die Höhe und Anordnung eines Gebäudes im Falle, dass keine Bebauungsvorschriften für das Grundstück bestehen (in NÖ ist das die Mehrzahl). In diesem Paragrafen wird die offene Bauweise bis zu 2 Geschossen – entsprechend der Typologie eines freistehenden Einfamilienhauses als NICHT abweichend zur vorherrschenden Bebauungsformen definiert und zum Prinzip erklärt. Zahlreiche Studien und Rechenmethoden haben aber eben diese Siedlungsform als nicht wirtschaftlich und nachhaltig erkannt.“

Die detaillierte Gesamtfassung mit allen Texte, Grafiken, Pressefotos und Studien finden sie auf der Webseite der Medienstelle unter www.nachhaltiges-bauen.jetzt.

Zersiedelung und die graue Energie

Im Rahmen der Studie „Zu EnergieRelevanten Aspekten der Entstehung und Zukunft von Siedlungsstrukturen und Wohngebäudetypen in Österreich“ wurde die graue Energie nach Siedlungs- und Gebäudetypen analysiert und errechnet. Fazit: Ein Einfamilienhaus in Streusiedlungslage erfordert aufgrund notwendiger Infrastruktur einen enormen Einsatz grauer Energie.

Zersiedelung Graue Energie

Die Modellierung zeigte, dass vor allem Streusiedlungen einen hohen Einsatz an Grauer Energie erfordern und diese im Besonderen für die Errichtung von Straßen und Infrastrukturleitungen aufgewandt wird. Bei Einfamilienhäusern in Streusiedlungslage übersteigt der Energiebedarf für die Errichtung der Infrastruktur den Energiebedarf für die Errichtung des Gebäudes deutlich. Bei den beiden Mehrfamilienhaustypen (drei und sieben Geschoße) sind die Werte für den Bereich Straße & Leitungen in etwa gleich hoch.

Inkludiert man den Energieaufwand für Instandhaltungsarbeiten und rechnet die Graue Energie auf 100 Jahre, werden die Unterschiede zwischen den Wohnsiedlungsformen noch deutlicher: Das Einfamilienhaus in Streulage kommt auf 1178.471 kWh/100 Jahre, Einfamilienhaus 702.331 kWh / 100 Jahre. Wohnbau dreigeschoßig schlägt mit 276.295 kWh zu Buche, der siebengeschoßige mit 264.089 kWh.
Mehrfamilienhäuser (drei und sieben Geschoße) benötigen demnach weniger als 25 % der für Einfamilienhäuser in Streulage aufgewandten Grauen Energie.

Im Jahr 1970 war der Energieverbrauch im Betrieb so hoch, dass die Graue Energie zur Herstellung mit 7 bis 19 % des Gesamtenergiebedarfs vergleichsweise unbedeutend war. Dagegen betrug der Anteil an Grauer Energie im Jahr 2010 zwischen rund 24 und 48 % des Gesamtenergiebedarfs bzw. 50 % bei Gebäuden in Passivhausbauweise und ist damit nicht vernachlässigbar. Auch absolut gesehen ist die Graue Energie für alle Gebäudetypen 2010 deutlich höher als 1970. Für Einfamilienhäuser in Streulage ist der Bedarf an Grauer Energie etwa gleich hoch wie für den Betrieb. Zusätzlich dazu ist bei Einfamilien-Passivhäusern der Gesamtenergiebedarf, bedingt durch den Mehraufwand in der Erschließung (es gibt keinen „Passiv-Straßenbau“), höher als für Mehrfamilienwohnhäuser nach derzeit gefordertem Mindeststandard.

EVENT „Road to Zero – 200 Tage nach Paris“ – „Sinnvolle Förderungen – Neue Kriterien“

Road to Zero – 200 Tage nach Paris – Podiumsdiskussion am 29. Juni

 GESAMTTEXT als PDF


O-Ton der Vorträge & Diskussion:

Vortrag Robert Lechner Präsentation

      O-Ton Vortrag Lechner

Vortrag Angela Köppl Präsentation

      O-Ton Vortrag Koeppl

Diskussion Angela Köppl (WIFO), Robert Lechner (ÖGNB), Alexandra Amersdorfer (KPC) (v.l.)

      Diskussion

Gruppenfoto

Angela_KöpplRobert LechnerAlexandra_Amerstorfer

 


Pressetext:

Sinnvolle Förderungen – Neue Kriterien

Kurzfassung aus bisherigen Statements und Studien – eine Zusammenfassung der Veranstaltungen, O-Tonaufzeichnung, Bilder etc folgen auf dieser Webseite der Medienstelle.

Klimaschutz: Welche Finanzinstrumente brauchen wir? Und welche wirklich gar nicht?
200 Tage nach der Klimakonferenz in Paris weist noch wenig darauf hin, dass in Österreich Klimaschutz wirklich ernst genommen wird. Dieser Eindruck entsteht vor allem dann, wenn es ums liebe Geld geht. Ganz im Gegenteil: Eine WIFO-Studie zeigt auf, dass Förderungen von bis zu 4,7 Mrd. Euro jährlich sogar negative Klimaeffekte haben. Die Mittel des Sanierungsschecks wurden heuer wieder deutlich gekürzt. Einige Länder wenden Nachhaltigkeits-Kriterien bei Förderungen gezielt den Rücken zu. Und immer mehr Teile der Bauwirtschaft vertreten die Ansicht, dass bereits genug getan wurde. Spielt in der Wohnbauförderung Umwelt- und Klimaschutz überhaupt noch eine Rolle?

Förderkriterien zu 100 Prozent auf Klimaschutzziele ausrichten
„Zur effizienten Umsetzung der „Road to Zero“ bedarf es nicht nur der entsprechenden Rahmenbedingungen wie z.B. der Förderinstrumente wie die Wohnbauförderung oder den Sanierungschecks sondern auch Kriterien, die 100%tig auf die Klimaschutzziele ausgerichtet sind und die Innovationen in diesem Bereich beflügeln“, stellt Hildegund Mötzl, vom Institut für Bauen und Ökologie IBO sowie Leiterin des ACR-Schwerpunkts „Nachhaltig Bauen“ fest. Und: „Keinesfalls darf unter dem Deckmantel des leistbaren Wohnens am Klimaschutz gespart werden, denn dies wird, über den Lebenszyklus der Wohnung gerechnet, sehr viel teurer und verfehlt die Road to Zero.“

In Hinblick auf das Pariser Abkommen ist die aktuelle heimische Entwicklung sogar zu hinterfragen. Monika Auer und Inge Schrattenecker von der Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik ÖGUT: „Pünktlich zur Ratifizierung des Pariser Klimaabkommens kündigen die Bundesländer an, sich bei der Wohnbauförderung zum Thema Energieeffizienz künftig an den Bauordnungen zu orientieren und keine weitergehenden Anforderungen mehr zu stellen.“ Die Argumente: Geld gibt es am freien Markt günstiger als beim Land; die Kontrollen der Einkommen über die Laufzeit mit drohenden Rückzahlungen bei Überschreitungen der Einkommenshöchstgrenze und die hohen Energieeffizienzstandards. Dazu Auer und Schrattenecker unisono: „Dass man „günstiger“ baut, wenn man keinen besonderen Wert auf Energieeffizienz legt, ist mittlerweile widerlegt. Im Paris Agreement steht zudem nicht, dass wir die Klimaerwärmung nur dann bei 2° C begrenzen wollen, wenn das billiger ist als alle Alternativen.“

„Wollen wir das Klimaziel von 1,5 Grad, das auf der Klimakonferenz in Paris 2015 ins Visier genommen wurde, erreichen, müssen Förderungen, Subventionen und Bauordnungen gleichermaßen zukünftig auch hinsichtlich ihrer Umwelt- und Klimaeffekte bewertet werden. Heute neu gebaute oder sanierte Gebäude werden frühestens 2056 wieder energetisch verbessert. Daher ist ab sofort der energetisch beste Standard erforderlich“, ist Günter Lang von Passivhaus Austria überzeugt.

„Solange es für die Sanierung in Österreich keine streng einzuhaltenden thermisch-energetischen Standards über das Ordnungsrecht gibt, hat Wohnbauförderung die zentrale Aufgabe, deutliche Anreize für den klimatauglichen und sozial verträglichen Umbau des Wohngebäudebestandes zu leisten“, fordert auch Franziska Trebut (ÖGUT) umweltrelevante Förderkriterien.

Empfehlung: sofortige Ausarbeitung eines Mehrsäulen-Modells
„Gebäude mit geringerer Dichte rutschen derzeit durch den Rost: Einfamilienhäuser dürfen beim Niedrigstenergiegebäude ebenso wie der Sanierung mehr als doppelt so viel Energie für Heizung pro Quadratmeter verbrauchen, als Geschoßwohnungsbauten. Dass muss in Zukunft heftig hinterfragt werden. Vor allem auch deshalb, weil bislang österreichweit knapp 60 Prozent der gesamten Wohnflächen im Ein- und Zweifamilienhaus realisiert wurden. Das Fördersystem der Zukunft muss hocheffiziente Wohnbauten unterstützen, gleichzeitig den Flächenverbrauch pro Kopf reduzieren und die Restenergie mit erneuerbaren Energieträgern bereitstellen“, stellt Robert Lechner von der Österreichischen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen ÖGNB fest – und: „Ich empfehle die sofortige Ausarbeitung eines Mehrsäulen-Modells (Details siehe Kommentar) mit Schwerpunkten Effizienz (Passivhaus und vergleichbar), Erneuerbare Energieträger (Solar, Geothermie, Biomasse, hocheffiziente KWK) und Verdichtung (Reduktion Pro-Kopf-Verbrauch an Fläche).“
WIFO-Studie über umweltschädliche Subventionen
Die WIFO-Studie „Subventionen und Steuern mit Umwelt-Relevanz in den Bereichen Energie und Verkehr“ zeigt es auf (und konzentrierte sich allerdings auf die Förderungen auf Bundesebene): Von den bis zu 4,7 Mrd. Euro an umweltschädlichen Subventionen erhält der Bereich Wohnen ein Fördervolumen von 390 bis 790 Mio. Euro pro Jahr. Diese fördern den Neubau von Eigenheimen, Verkehrsflächen oder begünstigen die Bereitstellung bzw. Nutzung von Abstellplätzen. Doch eigentlich sind die Subventionen in diesen Bereich noch deutlich höher, werden die Förderungen aufgrund von Zersiedlung (z.B. Pendlerförderung mit rund 1,4 Mrd. Euro) mit eingerechnet.

Negative Auswirkungen v.a. durch Zersiedelung
Aus der WIFO-Studie: Trotz der zunehmenden Ökologisierung des Wohnungsneubaus – vorwiegend hinsichtlich der Energieeffizienz und Emissionsvermeidung – verursacht der Wohnungsneubau einen hohen Ressourcenverbrauch und trägt zum Flächenverbrauch bzw. der Flächenversiegelung bei. Ein wesentliches Ziel einer nachhaltigen Siedlungsentwicklung sollte daher die Verringerung der Inanspruchnahme neuer Flächen sein. […] Zusätzlich zum Flächenverbrauch für den Wohnbau selbst, sind die Siedlungsstrukturen auch ein wesentlicher Einflussfaktor für das Verkehrsaufkommen und die daraus resultierenden ökologischen Effekte (Schadstoffemissionen, Einschränkung der Bodenfunktionen, Auswirkungen auf Habitate) und Lärm. Die Zersiedelung und räumliche Trennung verschiedener Funktionen (Wohnen, Arbeiten, Einkaufen, Freizeitaktivitäten) fördert das Verkehrsvolumen. Ohne ausreichende Verfügbarkeit und Frequenz des öffentlichen Verkehrs fördert die räumliche Trennung insbesondere den motorisierten Individualverkehr. […] Die Wohnbauförderung trägt insofern zur Erhöhung der Verkehrsleistung bei, als sie einerseits nach wie vor den Fokus auf den Neubau legt. Andererseits fehlt die Verknüpfung mit der Verkehrspolitik bzw. die Koppelung der Förderungsvergabe an eine Anbindung an den öffentlichen Verkehr. […] Insgesamt müssten zur Reduzierung der negativen (Umwelt-)Effekte der Zersiedelung verschiedene Maßnahmen und Regelungen, überdacht bzw. klimafreundlich reformiert werden, die zersiedelungsfördernd bzw. verkehrsinduzierend wirken. Die relevanten Regelungen umfassen neben fiskalischen Instrumenten wie der Wohnbauförderung oder dem Pendlerpauschale auch die Raumplanung in Richtung einer Energieraumplanung, wie in der Energiestrategie Österreich hervorgehoben oder andere Ansätze der aktiven Bodenpolitik auf Gemeindeebene. […] Eine Reform dieser umweltschädlichen Subventionen ist nicht nur unmittelbar aufgrund der damit verbundenen Umwelteffekte geboten. Generell sollten im Sinne einer „environmental policy integration“ alle öffentlichen Einnahmen- und Ausgabenentscheidungen auch die Wirkungen auf die Umwelt in konsistenter Weise mitberücksichtigen. Aber auch in Hinblick auf die in Österreich wie in vielen anderen Ländern erforderliche Konsolidierung des öffentlichen Budgets sind Förderungen auf ihre Effizienz und Effektivität hin zu untersuchen.

ÖGUT-Studie untersuchte Förderkriterien
Die ÖGUT-Studie „WoZuBau – Zukunft Wohnbau-Förderung Energie-Politische Effektivität der Wohnbau-Förderung und Energieberatung steigern“ (2013) hat die Lenkungseffekte im Zusammenhang mit der Wohnbauförderung untersucht und sich damit kritisch auseinandergesetzt.
Aus der Studie: Die wichtigsten energie- und umweltpolitischen Effekte der Wohnbauförderung sind die rasche Implementierung anspruchsvoller energetischer Standards im Neubau, die Erhöhung der Rate umfassender thermischer Sanierungen und die Schaffung von Marktakzeptanz für ökologische Bauprodukte. Hinsichtlich Suffizienz (Wohnflächenentwicklung, Landschaftsverbrauch) ist die Performance der Wohnbauförderung demgegenüber durchwachsen. Umfangreichen Bemühungen um verringerten Grundflächenverbrauch steht die fortschreitende, durch die Wohnbauförderung angetriebene Zersiedelung gegenüber. Die massive Zunahme der Wohnfläche pro Person ist die Kehrseite der weitgehend gewährleisteten Leistbarkeit von Wohnen.

Studien-Empfehlung zu Sanierung: dauerhafte Anreize
Die ÖGUT-Studie: Die Umsetzung des Nationalen Plans bei den baurechtlichen Vorgaben zur Energieeffizienz führen zu einer Kohärenz der energetischen Standards in Wohnbauförderung und Baurecht bis 2020. Aufgrund dieser Entwicklung stellt sich die Frage, inwieweit der energiepolitische Fokus der Wohnbauförderung aufrechterhalten bleiben soll. Es bedarf einer differenzierten Beurteilung für Neubau und Sanierung. Im Bestand sind thermische Mindeststandards viel schwerer rechtlich durchsetzbar als im Neubau. Konstitutionell geschützte Eigentumsrechte erlauben nur in beschränktem Umfang verpflichtende Sanierungsmaßnahmen. Nicht zu sanieren ist eine Option, die bei Hausherrn fest verankert ist. Bei Sanierungen werden dementsprechend finanzielle Anreize über die Wohnbauförderung einen dauerhaft großen Stellenwert haben. Es bedarf allerdings der Weiterentwicklung und Differenzierung der Instrumente.

Studien-Empfehlung zu Neubau: Öko-Kriterien
Die ÖGUT-Studie: Für den Neubau werden die energiepolitischen Lenkungseffekte wohl an Stellenwert verlieren. Die Umsetzungsstärke der Wohnbauförderung sollte allerdings weiterhin auch für energiepolitische Ziele im Neubau genutzt werden, insbesondere hinsichtlich folgender Ansätze:
Kostenoptimalität: Die EU-Gebäuderichtlinie stellt auf kostenoptimale thermische Standards unter Berücksichtigung der Baukosten und der Energiekosten auf eine bestimmte Bestandsdauer ab. Obwohl die Wohnbauförderung vom Rechenansatz der EU zur Kostenoptimalität ausdrücklich ausgenommen ist, so hat sie doch de facto in der der Vergangenheit wesentlich dazu beigetragen, dass sich die thermisch-energetische Standards, die kostenoptimal darstellbar sind, erhöhen. Sie sollte diese Funktion weiterhin durch entsprechend über die Bauordnung hinausgehende Anforderungen ausüben.
Innovationen: Die Wohnbauförderung hat sich als effektive Innovationstreiberin erwiesen und soll diese Funktion beibehalten. In den vergangenen Jahren haben entsprechende Förderschienen deutlich zur Etablierung des Niedrigstenergie- und Passivhausstandards beigetragen. Ambitionierte Standards sollten auch weiterhin über die Förderung forciert werden um Innovationen in Richtung Plus-Energie-Standard, der unter Einbeziehung der Siedlungsebene zu denken sein wird, voranzutreiben.
Graue Energie: Es ist davon auszugehen, dass in Zukunft auch die „graue Energie“, d.h. die für die Produktion von Bauprodukten eingesetzten Ressourcen, aber auch die für die Erschließung eines Grundstücks in die Energiebilanzen von Bauten einbezogen werden. Schon heute implementierte Ansätze in den Förderungsvorschriften mehrerer Bundesländer über den OI3-Index sollten weiterentwickelt werden. Dabei sind die berechtigten Interessen der Baustoffindustrie zu berücksichtigen.
Mobilität: Ähnliches trifft auf die Einbeziehung mobilitätsinduzierter Energie in die energetische Gebäudebilanzierung zu. Der Energiebedarf für Heizen, Warmwasser, und Haushaltsstrom wird bis 2020 weiter sinken, entsprechend steigt in Relation der Anteil der Energie für gebäudeinduzierte Mobilität. Es spricht vieles dafür, die Wohnbauförderung an Lagekriterien zu binden, die die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel forcieren.
Suffizienz – Landschaftsverbrauch: Damit in Verbindung steht die Forderung, den Faktor „Landschaftsverbrauch“ stärker in die Förderungssysteme einzubinden. Hier sollte die Wohnbauförderung Anreize sowohl für geringeren Grundflächen- als auch Wohnflächenverbrauch sowie für das Bauen und Sanieren im Siedlungsverband zu setzen.

Breiter Zuspruch bei Expertenbefragung
Die von der Studie thematischen Stoßrichtungen für die energiepolitischen Lenkungseffekte der Wohnbauförderung korrespondieren mit dem Votum aus der Online-Expertenbefragung von Juni 2013: 87 Prozent Zustimmung für Kostenoptimalität und Lebenszykluskostenbetrachtung als langfristiges Ziel der Wohnbauförderung, jeweils rund 75 Prozent Zustimmung für energetische Mindeststandards der Neubauförderung, die weiterhin deutlich (25Prozent) über den Bauordnungsstandards liegen sowie für die Minimierung der grauen Energie als langfristiges Förderungsziel; 64 Prozent für die Weiterentwicklung der Instrumentarien zum Plusenergiehaus.

 

Expertenkommentare zum Thema:

„Verabschiedet sich 2016 die Wohnbauförderung als Motor für Klimaschutz?“
Kommentar von Monika Auer und Inge Schrattenecker, Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik ÖGUT

2,5 Mrd. € an Förderungen für Gebäude verfehlen Klimaschutzziele
Kommentar von Günter Lang, Passivhaus Austria

Welches Fördersystem brauchen wir für einen CO2-neutralen Gebäudesektor?
Kommentar von Robert Lechner, Österreichische Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen ÖGNB

„Bedarf Förderinstrumente- und Kriterien, die 100-prozentig auf Klimaschutzziele ausgerichtet sind“
Kommentar von Hildegund Mötzl, Leiterin des ACR-Schwerpunkts „Nachhaltig Bauen“, IBO Institut für Bauen und Ökologie

Wohnbauförderung – Sozialpolitische Lenkungseffekte ernst nehmen
Kommentar von Franziska Trebut, ÖGUT

 

Weitere Informationsempfehlungen:

Grundverständnis: Das „Pariser Abkommen“ im kurzen Überblick

Grundverständnis: Bisherige Strategien und Richtlinien

 

Empfohlene Studien

Subventionen und Steuern mit Umwelt-Relevanz in den Bereichen Energie und Verkehr
Zu dieser Studie stellten Klima- und Energiefonds und WIFO fest: Förderungen von bis zu 4,7 Mrd. € jährlich haben negative Klimaeffekte. Die WIFO-Studie quantifiziert umweltbelastende Subventionen für Verkehr, Energie und Wohnbau für Österreich.

WoZuBau – Zukunft Wohnbau-Förderung Energie-Politische Effektivität der Wohnbau-Förderung und Energieberatung steigern

COIN: Die Auswirkungen des Klimawandels in Österreich
Die Auswirkungen des Klimawandels in Österreich, beschrieben durch die COIN-Studie (Cost of Inaction – Assessing Costs of Climate Change for Austria): eine ökonomische Bewertung für alle Bereiche und deren Interaktion.

Nachhaltiger Klimaschutz – ökologische, ökonomische und soziale Dimension von Klimaschutz-Maßnahmen
Die Studie versucht das Konzept einer nachhaltigen Entwicklung mit dem Ziel des Klimaschutzes insofern in Einklang zu bringen, als sie Klimaschutz im Sinne eines „Nachhaltigen Klimaschutzes“ definiert und diesen als wesentliches Element einer nachhaltigen Entwicklung sieht.

Österreichischer Sachstands-Bericht Klimawandel
Das „Intergovernmental Panel on Climate Change“ (IPCC) bestätigt: Der Klimawandel findet statt und wird hauptsächlich durch menschliche Aktivitäten verursacht. Die mittlere globale Temperatur ist seit 1880 um fast ein Grad Celsius angestiegen. Des weiteren schlussfolgert das IPCC, dass zukünftig unverminderte Emissionen einen Temperaturanstieg um drei bis fünf Grad Celsius bis zum Ende des Jahrhunderts verursachen würden.

Energie-Szenarien bis 2050 – Wärmebedarf der Kleinverbraucher, 2015

Sanierungs-Rate für thermische Sanierung

„Die aktuellsten Daten zu umfassenden thermisch-energetischen Sanierungen (umfassende Sanierungen) im Rahmen der Wohnbauförderung WBF. Hinzu kommen noch geringe Anteile aus dem Sanierungsscheck (ohne Kofinanzierung WBF) und ungeförderte Sanierung. Aber auch unter Hinzurechnung dessen liegt Österreich deutlich unter 1 Prozent mit rückläufiger Dynamik“ – Wolfgang Amann, Institut für Immobilien, Bauen und Wohnen IIBW.

Sanierungsrate

EVENT „Road to Zero – 100 Tage nach Paris“

Infos zur Podiumsdiskussion mit Vorträgen

„Road to Zero – 100 Tage nach Paris“

Das Ziel – Reduktion der Kohlendioxid-Emissionen bis 2050 auf Null

Am 12. Dezember 2015 herrschte überraschende Einigkeit bei der Klimakonferenz in Paris: 195 Mitgliedsstaaten der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) beschlossen das völkerrechtlich bindende, sogenannte Paris-Abkommen, das weitreichende Maßnahmen im Kampf gegen den Klimawandel vorsieht. Eines der Hauptziele: eine Reduzierung der globalen Kohlendioxid-Emissionen auf nahezu Null bis zum Jahr 2050.

Der Weg – Klima-Maßnahmen für Österreichs Bauwesen

Doch wie sehen die Ziele des Abkommens im Detail aus? Wie können sie erreicht werden? Und welche Maßnahmen müssen insbesondere in Österreich aus Sicht des Gebäudesektors gesetzt werden? 100 Tage nach Paris beantwortete diese Fragen eine Veranstaltung der Österreichischen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen und der Medienstelle für Nachhaltiges Bauen mit Vorträgen von ExpertInnen sowie einer Podiumsdiskussion.

„Road to Zero – 100 Tage nach Paris“

Programm

Vorträge
„COP21 – Einführung“
Robert Lechner (ÖGNB, ÖÖI)

„Maßnahmen gegen den Klimawandel –
Status Quo, Ausblick und Zukunftsszenarien für den Gebäudesektor“
Lukas Kranzl (TU Wien)

„COP21 – Bedeutung und Details aus österreichischer Sicht“
Günter Liebel (BMLFUW, Sektion Umwelt und Klimaschutz)

im Anschluss: Podiumsdiskussion mit
Herbert Greisberger (Energie- und Umweltagentur NÖ eNu)
Christoph Wolfsegger i.V.v. Ingmar Höbarth (Klima- und Energiefonds)
Lukas Kranzl (TU Wien)
Günter Lang (Passivhaus Austria)
Günter Liebel (BMLFUW, Sektion Umwelt und Klimaschutz)
Ursula Schneider (pos architekten, bAIK)
Johannes Wahlmüller (Global 2000)
Moderation: Robert Lechner


DIE PODIUMSDISKUSSION IM O-TON:

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Die (gekürzten) Statements der Eröffnungsrunde:

Johannes Wahlmüller, Global 2000:

„Es hat uns natürlich gefreut, dass ein Abkommen zustande gekommen ist. Bei uns war der Applaus ein bisschen verhaltener, weil man sehr, sehr lange gebraucht hat und zweitens kann man sich erst dann richtig freuen, wenn man man durch die Ziellinie läuft – und die ist derzeit nicht erreicht, sondern Paris kann nur als Startschuss gesehen werden. Die ambitionierten Ziele sind derzeit nicht in Reichweite. Und wenn man sich anschaut, was die Klimawissenschaftler in den letzten Monaten berichtet haben, dann muss man sagen: Der Hut brennt schon. Wenn wir die Paris-Ziele umsetzen, können wir uns zumindest eine Chance erwarten, dass wir einige der roten Ampeln nicht überfahren.
Wir brauchen eine ganz massive Ausweitung der Sanierungsrate. Jetzt haben wir als Ziel drei Prozent, aber eigentlich müsste man mit Werten von fünf Prozent operieren. Die EU-Vorgabe Nearly-Zero-Energy-Buildings zu bauen müsste nicht nur 2020 erfüllt werden, sondern praktisch jetzt schon. Die Realität schaut leider ganz anders aus: Die Mittel für den Sanierungscheck wurden gekürzt, der Ölpreis ist so niedrig wie lange nicht, gleichzeitig gibt es immer noch Förderungen für „fossile Heizungen“. Eigentlich müssen die Mittel für Sanierung verdreifacht werden, die Wohnbauförderung zweckgebunden werden und fossile Heizungen dürften nicht mehr eingebaut werden.“

Christoph Wolfsegger, Klima- und Energiefonds:

„Es wird wahrscheinlich nicht so sein, dass wir 2050 die Wasserstoff-Boeing aus dem Hangar ziehen, wir Stahl mit Biogas erzeugen und alle in einem Plusenergie-Hochhaus leben. Das wird sehr lange dauern, deshalb muss man früh damit beginnen. Der Gebäudesektor ist im Vergleich zu anderen ein einfacher Sektor, um zu den Zielen zu kommen: Die Technologie ist schon vorhanden. Hier geht es vielmehr darum die Finanzströme in die richtige Richtung zu lenken.“

Herbert Greisberger, Energie- und Umweltagentur eNu:

„Mein Optimismus ist gedämpft. Ich habe in Paris das Ziel 100 Prozent erneuerbaren Strom vernommen, in Österreich bis 2030. Seit Paris habe ich dazu nicht viel gehört. 2030 ist nicht weit. Wenn man bis 2030 100 Prozent erneuerbaren Strom haben will, wird man unmittelbar handeln müssen. Man muss das wirklich wollen. Und wirklich wollen heißt Maßnahmen setzen, die Wirkung zeigen. Beim heutigen Ölpreis bedeutet das eine Ölsteuer. Ich sehe keine ökologische Steuerreform, ich sehe keine Technologieoffensive, ich sehe keine Klima- und Umweltstrategie. Ich sehe 100 Tage nach Paris wenig Aktivitäten und auch keine wirkliche Diskussion.“

Ursula Schneider, pos architekten, bAIK:

„Ich bin Planerin und gewohnt ein Ziel zuhaben, einen Kosten- und Terminplan. Ich weiß in meiner Disziplin ganz genau, wann ich das Ziel nicht mehr erreichen kann. Wenn ich mir ansehe, was in den letzten 30 Jahren alles nicht geschehen ist, würde ich mit meinem Bauchgefühl sagen: Das geht sich nie mehr aus. Wir haben keine gesamtheitliche Nachhaltigkeits-Strategie für unser Land.“

Günter Lang, Passivhaus Austria:

„So wie wir jetzt bauen, wie die Baugesetze, Förderrichtlinien und Rahmenbedingungen sind, brauchen wir alleine für den Neubau alle zwei Jahre ein neues Gaskraftwerk, um den zusätzlichen Energiebedarf abzudecken. Trotzdem bin ich überzeugt, wir schaffen das. Denn: Wir haben keine andere Wahl.“

Vorträge:

Vortrag Lukas Kranzl – „Maßnahmen gegen den Klimawandel – Status Quo, Ausblick und Zukunftsszenarien für den Gebäudesektor“

Vortrag Günter Liebel – „COP21 – Bedeutung und Details aus österreichischer Sicht“

Weitere Infos und Kommentare

Fotos von der Veranstaltung

(Foto: Medienstelle für Nachhaltiges Bauen)

Road to zero (2)
Johannes Wahlmüller (Global 2000)
Road to zero (4)
Herbert Greisberger (Energie- und Umweltagentur NÖ eNu)
Road to zero (3)
Christoph Wolfsegger (Klima- und Energiefonds)
Road to zero (5)
Ursula Schneider (pos architekten, bAIK)
Road to zero (7)
Lukas Kranzl (TU Wien)
Road to zero (6)
Günter Lang (Passivhaus Austria)
Road to zero (8)
Günter Liebel (BMLFUW, Sektion Umwelt und Klimaschutz)

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Medienberichte (Auswahl):

Der Standard

 

PRESSEUNTERLAGEN

Drittel lehnt Spar-Maßnahmen bei energetischem Standard ab

Kürzlich hat der Österreichische Verband gemeinnütziger Bauvereinigungen GBV eine bei Gallup in Auftrag gegebene Umfrage präsentiert. Nachgefragt wurde u.a. die Sparbereitschaft der Österreicher bei Ausstattungsmerkmalen beim Wohnen. Das Ergebnis ist sehr interessant: Beim Punkt energetische Standards steht eine Sparbereitschaft von 42 Prozent der höchsten ermittelten Spar-Ablehnung von über einem Drittel, 35 Prozent, gegenüber.

Die Medienstelle hat sich die Freiheit erlaubt die publizierten Daten etwas anders darzustellen und hat Bereitschaft und Ablehnung gegenübergestellt – siehe Grafik. Ergebnis: Sparen bei Energieeffizienz erreicht nur Rang 8 von 10. Die Grafik der Medienstelle zeigt ein deutliches Votum für nachhaltige, energieeffiziente, dafür aber u.a. kleinere Wohnungen.

Zur Gallup-Umfrage: Repräsentative Bevölkerungsstudie im November 2015, 1000 telefonische Interviews, Wohnbevölkerung 18+ Jahre

 

Barometer Leistbares Wohnen2

 

 

Road to ZERO by 2050 – Der <1,5°C Pfad für den Gebäudesektor

Gemeinsame Pressemitteilung von Global 2000 – Umweltdachverband – Ökologie Institut  – ÖGNB – Energieinstitut Vorarlberg – Passivhaus Austria

Nach Abschluss des Klimaabkommens muss Politik Taten setzen – Energieoptimierte Gebäude spielen wesentliche Schlüsselrolle im nachhaltigen Energiesystem

Vergangenen Samstag ist in Paris erstmals ein global gültiges Klimaschutzabkommen vereinbart worden. Es sieht vor, die globale Erwärmung soweit wie möglich unter zwei Grad zu halten und alles zu unternehmen, damit sie 1,5 Grad nicht übersteigt. Für Österreich bedeutet das, dass der Umstieg auf 100 % erneuerbare Energie bis spätestens 2050 gelingen muss und wir eine Energie- und Klimastrategie ausarbeiten müssen, die den Weg dahin klar aufzeigt. Der Gebäudesektor spielt dabei eine Schlüsselrolle. Der Raumwärmeverbrauch muss um mindestens 30 % bis 2030 und 50 % bis 2050 reduziert werden, wenn es gelingen soll, den vollständigen Umstieg auf erneuerbare Energie zu schaffen. „Die Politik darf es nach dem Abschluss eines Klimaschutzabkommens nicht bei schönen Worten bleiben lassen, sondern muss jetzt Taten setzen. Bis spätestens 2050 muss der Umstieg auf 100 % erneuerbare Energie gelingen, dazu ist es notwendig, den gesamten Gebäudebestand thermisch zu sanieren. Wir müssen jetzt die Anstrengungen drastisch erhöhen, mehr Fördermittel bereitstellen und sicherstellen, dass Öl- und Gasheizungen bei Neubauten in Zukunft nicht mehr zur Anwendung kommen,“ so Johannes Wahlmüller, Klimasprecher von GLOBAL 2000.

Schluss mit umweltschädlichen Subventionen

„Die österreichische Politik ist jetzt gefordert, dem Klimaschutz in einer ökologischen Steuerreform Ausdruck zu verleihen. Das Ziel, die globale Erwärmung bei 1,5°C einzudämmen, kann nur erreicht werden, wenn neben der Förderung erneuerbarer Energien endlich umweltschädliche Subventionen beseitigt werden,“ meint Bernhard Zlanabitnig, Leiter des EU-Umweltbüros im Umweltdachverband. „Darüber hinaus müssen Energie-Effizienzmaßnahmen auch im Gebäudebereich deutlich gesteigert werden. Bestehende Potenziale werden derzeit nicht ausgeschöpft.“ Andere europäische Metropolen zeigen, wie es gehen kann: so gilt seit 1.1.2015 in ganz Brüssel das Passivhaus als Mindeststandard nach Bauordnung – vollkommen unabhängig welche Gebäudenutzung.

Trotz fortschreitendem Klimawandel werden hierzulande keine wirkungsvollen steuerrechtlichen Maßnahmen zur Reduktion des CO2-Ausstoßes gesetzt. „Die Einführung einer CO2-Steuer hätte sowohl lenkende Wirkung als auch positive Auswirkungen auf den Staatshaushalt, deren Mehreinnahmen direkt in einen Fonds zur Forschung und Förderung innovativer Energieerzeugungs- und Energiespeicherformen fließen könnten.
Nach den Ergebnissen in Paris muss Österreich endlich spürbare Maßnahmen in Richtung Entkarbonisierung setzen, das Fiskalsystem entrümpeln und umweltschädliche Subventionen im Sinne einer klimagerechten Zukunft mittels einer ökologischen Steuerreform abschaffen,“ meint der Vertreter des Umweltdachverbands.

Wie wichtig Energieeffizienz ist, zeigt der neueste Bericht des JRC (Joint Research Centre der Europäischen Kommission) über die Wechselwirkung von Versorgungssicherheit und den Zielen der Europäischen Energieunion: So ist Österreichs negative Außenhandelsbilanz allein durch Energieimport, allen voran Öl und Gas, verschuldet.

Höhere Sanierungsraten mit besserer Qualität ein Muss für den Bestand

Auch Robert Lechner, Leiter des Österreichischen Ökologie-Instituts und Vorsitzender der Österreichischen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen ÖGNB, vertritt diese Zielrichtung.
Lechner benennt die österreichweit sofort anwendbaren Qualitätskriterien von klima:aktiv als notwendigen neuen Mindeststandard für die Bauordnung. Bei Fördermodellen muss sofort ambitionierter gedacht werden: „Im Neubau erfüllen hocheffiziente Gebäude in Passivhaus-Qualität bereits jetzt die Anforderungen für eine 40%ige Reduktion der CO2-Emissionen im Jahr 2030. Auch dafür wird das Passivhaus unverzichtbar sein.“
Aus der Sicht des ÖGNB-Vorsitzenden können erneuerbare Energieträger unter Wahrung von Naturschutzaspekten nur dann zur CO2-Neutralität oder gar positiven Energiebilanzen beitragen, wenn Gebäudehülle und sämtliche Verbraucher extrem optimiert werden. Beim Bestand muss es gelingen, sowohl die Sanierungsrate zu erhöhen, als auch die Qualität zu verbessern. „Nur wenn hohe Einsparungen erreicht werden, dürfen öffentliche Mittel vergeben werden. Wir wissen aus zahlreichen Projekten, dass Einsparungen von 75 Prozent relativ leicht erreichbar sind.“

Vom Bund, den Ländern und Gemeinden wird Vorbildwirkung verlangt: „Die öffentliche Beschaffung muss der wichtigste Impulsgeber für die Bauwirtschaft sein. Und zwar sowohl im Neubau als in der Sanierung!“ Auch hier wurden durch das Umweltministerium bereits im „Aktionsplan Nachhaltige Beschaffung“ die wichtigsten Grundlagen geschaffen. Es kann nicht länger angehen, dass derartige Instrumente oft nur Empfehlungscharakter haben und somit selten genug verwendet werden. Notwendig ist eine Bauoffensive, die die österreichische Wirtschaft kräftig ankurbeln soll. „Je später hier investiert wird, desto teurer werden die Kosten dafür sein. Wir können uns heute aussuchen, ob wir in die Qualität unserer Bauwerke investieren und damit Klimaschutz vorantreiben oder ob wir lieber morgen die Kosten für ein Fortschreiten des Versagens tragen wollen.“

Ein Maßnahmenkatalog der ÖGNB empfiehlt auch die gezielte Siedlungsentwicklung zur Reduktion der CO2-Emissionen im Verkehrsbereich, die Zweckbindung der Wohnbauförderung, das Verbot der Förderung von fossilen Energieträgern und Neuausrichtung der Pendlerförderung.

Kostenoptimaler Wohnbau hat bei nur 30-jährigem Betrachtungszeitraum äußerst niedrige Primärenergiekennwerte

Helmut Krapmeier vom Energieinstitut Vorarlberg zeigt auf, dass sich solche Wohngebäude langfristig gesehen rechnen: „Die Ergebnisse einer Kostenoptimalitätsstudie von e7 und dem Energieinstitut Vorarlberg zeigen, dass sehr tiefe Energiekennwerte nahe dem Passivhaus-Standard bereits ohne Förderung das Kostenoptimum darstellen. Aus der Studie geht auch hervor, dass mit den in den meisten Bundesländern bestehenden energiespezifischen Förderungen für Wohngebäude Nahezu-Null-Energiegebäude wirtschaftlich sind.“

Aktuelles Wohnbauprojekt in Vorarlberg

Für ein derzeit von einem Wohnbauträger in Bauvorbereitung befindliches Wohngebäude wurden verschiedene energetische Baustandards ausgeschrieben. Es zeichnet sich ab, dass auch in diesem äußerst konkreten Fall jene energiespezifischen Bauvarianten dem Kostenoptimum entsprechen, die einen sehr tiefen Primärenergiekennwert erreichen.

Praxistest: Messungen bestätigen Energieeffizienz der Heidelberger Bahnstadt

Der Heidelberger Passivhaus-Stadtteil Bahnstadt hat den Praxistest bestanden: Wie aus einem Bericht über aktuelle Messungen hervorgeht, wurden die angestrebten Werte bezüglich der Energieeffizienz voll erfüllt. Der mittlere gemessene Verbrauch in 1.260 Wohnungen mit mehr als 75.000 m² Wohnfläche lag im Jahr 2014 bei 14,9 kWh/(m²a). Die statistisch hohe Zahl von Projekten unterschiedlicher Bauträger und Architekten zeigt überzeugend, dass die Breitenumsetzung des Passivhaus-Standards erfolgreich möglich ist.

klimaaktiv Standard Gold als Basis für Klimaziele Österreichs

Führt man die oben beschriebenen Erkenntnisse zusammen, kann der überregionale österreichweite klimaaktiv Standard Gold als Messlatte für die Erreichung der Klimaziele und als enkeltauglich bezeichnet werden. Bei Einsatz erneuerbarer Energieträger und nachwachsender Rohstoffe für Neubau und Gebäudesanierung entsteht eine enkeltaugliche Architektur. Eine Qualitätssicherung bei Planung und Ausführung ist selbstverständlich. Dass solche Gebäude auch einen Beitrag zur Baukultur leisten, beweist der „Staatspreis Architektur und Nachhaltigkeit“.

Maßnahmen für „Road to ZERO by 2050“ vorgelegt

Grafik: Fahrplan für einen CO2-freien Gebäudesektor bis 2050 in Österreich, Quelle: Passivhaus Austria
Grafik: Fahrplan für einen CO2-freien Gebäudesektor bis 2050 in Österreich, Quelle: Passivhaus Austria

Passivhaus Austria ist für Sofortmaßnahmen, die noch einen Schritt weiter gehen: „Heute neu gebaute oder sanierte Gebäude werden frühestens 2056 wieder energetisch verbessert, daher ist ab SOFORT der energetisch BESTE Standard erforderlich. Die Bauordnung ist für Neubauten ab 1.1.2017 an den Passivhaus-Standard zu binden. Für den Gebäudebestand ist eine thermische Sanierungsoffensive mit mindestens 85 Prozent Energieeffizienzsteigerung oder Unterschreitung des qualitätsgesicherten EnerPHit-Standards1 mit 25 kWh/m²a einheitlich für ganz Österreich zu etablieren.“ Zusammen lässt sich so der Energiebedarf um 4.550 GWh/a bereits im Jahr 2020 reduzieren. Dies entspricht umgerechnet der Leistung von vier Donaukraftwerken und ist Voraussetzung für das weitere Zwischenziel 2030 mit 40 Prozent CO2-Reduktion und der Zielerreichung 2050 mit einer CO2 neutralen Klimabilanz für den gesamten Gebäudesektor.

„Sämtliche Bundes- und Landesförderungen sind an höchste Energieeffizienzziele zu binden. So könnten jedes Jahr über fünf Millionen Quadratmeter Altbau nachhaltig saniert werden. Allerdings darf kein Fördergeld für fragwürdige Einsparungen durch ungenügende Einzelmaßnahmen und mäßige Sanierungsqualitäten als Mitnahmeeffekte ausgegeben werden, welche sich dann langfristig wirtschaftlich kontraproduktiv auswirken“, betont Günter Lang, Leiter der Passivhaus Austria.

Nachhaltige Energiezukunft mit effizienten Gebäuden ist ein Muss

Die Experten sind sich einig: Gezielte Investitionen in Energieeffizienz und Erneuerbare sind die zuverlässigsten Garanten, Energieimport-Abhängigkeit zu beenden. Österreich hinkt europaweit hinterher – es ist an der Zeit, unsere Klimazukunft sinnvoll und nachhaltig zu gestalten.

Weitere Pressetexte in docx- und pdf-Format, sowie Bildmaterial finden Sie zum Download unter: http://www.passivhaus-austria.org/content/presse

GLOBAL 2000 www.global2000.at
Umweltdachverband www.umweltdachverband.at
Ökologie-Institut + ÖGNB www.ecology.at + www.oegnb.net
Energieinstitut Vorarlberg www.energieinstitut.at
Passivhaus Austria www.passivhaus-austria.org

Nachhaltig Bauen & Sanieren funktioniert gar nicht – oder doch?

Mit Ergebnissen aus neuesten Studien sowie Fach-Kommentaren von

Renate Hammer, Institute of Building Research & Innovation
Johannes Kislinger, Innovative Gebäude
Günter Lang, Passivhaus Austria
Hildegund Mötzl, Österr. Institut für Bauen und Ökologie IBO

GESAMTFASSUNG PDF

GESAMTFASSUNG ONLINE

Es gibt sie tatsächlich, die Vorurteile nachhaltiges Bauen und Sanieren würde gar nicht funktionieren, sprich: den versprochenen Nutzen nicht erbringen. Die Medienstelle für Nachhaltiges Bauen beantwortet diese Fragen im Detail, bringt neue Erkenntnisse aktueller Studien sowie die Fachmeinung namhafter, österreichischer Experten.

Studien belegen Funktionstauglichkeit

Abseits von reinen Berechnungen: Kann die geplante Energieeinsparung bei nachhaltigem Bauen und Sanieren auch in der Praxis erreicht werden? – Diese Frage stellte sich unter anderem die Studie „Auswertung von Verbrauchskennwerten energieeffizient sanierter Wohngebäude“ der deutschen Energieagentur dena 2013, die die Daten von insgesamt 63 thermisch sanierten Gebäuden über mehrere Jahre hinweg untersuchte. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Mit einem berechneten Endenergieverbrauch von 223 kWh/(m2a) im Mittel vor der Sanierung und einem prognostizierten Bedarf von 45 kWh/(m2a) im Mittel nach der Sanierung wurde eine Energieeinsparung von 80 Prozent angestrebt. Nach der tatsächlichen Sanierung wurden schließlich im Mittel ein Energieverbrauchskennwert von 54 kWh/(m2a) und eine durchschnittliche Energieersparnis von 76 Prozent erreicht. Im Klartext: Die geplante Energieeffizienz wird auch tatsächlich realisiert.
Für das Passivhaus belegt die aktuelle Studie „Die Energieeffizienz des Passivhaus-Standard“ eine enorme Heizenergieersparnis und damit die Funktionstauglichkeit des Gebäudekonzeptes. Erfasst wurden darin die Messwerte von über 1.800 Wohnungen im Passivhaus-Neubau
und ca. 170 Wohnungen in Sanierungen mit Passivhaus-Komponenten. Das Fazit der Autoren: „Das
Passivhaus-Konzept führt in der Praxis nachweislich und reproduzierbar zu einer sehr hohen Heizenergieeinsparung, die gegenüber dem alten Gebäudebestand etwa 90 Prozent und gegenüber den gesetzlichen Anforderungen an Neubauten immer noch durchschnittlich etwa 80 Prozent beträgt.“
Und auch die aktuelle Studie „Energieszenarien bis 2050 – Wärmebedarf der Kleinverbraucher“ der TU Wien bestätigt nachhaltiges Bauen und Sanieren und zeigt die positive ökologische Auswirkung in der Zukunft. In der Arbeit wurden in mehreren Szenarien alle heimischen Gebäude und künftige Errichtungen einkalkuliert. Fazit: Bei bisher beschlossenen Maßnahmen kann der Energieeinsatz von 86 Terawattstunden TWh im Jahr 2012 auf 53 TWh (2050) gesenkt werden, bei noch ambitionierteren Maßnahmen sogar auf 40 TWh im Jahr 2050.

„Für Passivhäuser liegen langjährige Erfahrungen und statistisch gesicherte Messergebnisse von tatsächlichen Verbrauchswerten vor. Mit diesen Ergebnissen kann die Zuverlässigkeit des Passivhaus-Konzeptes beurteilt werden“, belegt Günter Lang von Passivhaus Austria die Funktionstauglichkeit von Nachhaltigkeit im Bauwesen.

Größter Hebel Sanierung

Auch Hildegund Mötzl, Institut für Bauen und Ökologie IBO bestätigt: „Dass nachhaltiges Bauen und Sanieren funktioniert, wurde in vielen Pilotprojekten nachgewiesen. Auf der Basis der vergangenen Jahrzehnte muss man allerdings auch erkennen, dass die Umsetzungsgeschwindigkeit in der Breite deutlich geringer ist.“ Und sie sichtet Nachhaltigkeit insbesondere in der Sanierung: „Im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung sollte in absehbarer Zukunft die Zahl der Gebäude nicht mehr steigen; Neubauten dürfen zunehmend nur noch den Bestand verdichten oder abgerissene Gebäude ersetzen. Nachhaltig Bauen bedeutet daher vor allem nachhaltig Sanieren.“

Bautradition & Nachhaltigkeit

Johannes Kislinger, Innovative Gebäude stellt fest, dass auch Bautradition kein Widerspruch zu Nachhaltigkeit ist: „Alt und Neu müssen einander nicht zwingend im Weg stehen. Nachhaltiges Bauen geht an den Ursprung zurück, setzt dort an, wo Material entsteht – lange bevor sich Routinen über Jahrhunderte festgesetzt und das Neudenken verhindert haben. Gleichermaßen sind beim Nachhaltigen Bauen Handwerk und Technik gefordert, das Einfachste mit dem höchsten Stand der Technik zu vereinen. Einfache, nachhaltige Materialien werden so zu dem hochwertigsten veredelt, was die Errungenschaften von Wissenschaft und Forschung unsere Zeit bieten können.“

Paradigmenwechsel: Was brauchen wir?
Renate Hammer, Institute of Building Research & Innovation stellt in diesem Zusammenhang die Frage nach dem Ziel: „Effizienz ist ein kluges und im Sinne der Nachhaltigkeit unabdingbares Handlungsprinzip, aktuell jedoch konterkariert durch unser stetes Streben nach Mehr. Es braucht einen Paradigmenwechsel, – die Frage lautet nicht, wie viel, sondern was brauchen wir? Nachhaltigkeit bei der gestaltenden Weiterentwicklung unserer Architektur und unserer Lebensräume lässt sich durch die kombinierte konsequente Umsetzung von zumindest fünf Strategien Effizienz, Suffizienz, Subsistenz, Resilienz und Konsistenz erreichen. Die nötige Reduktion heutiger Treibhausgasemissionen um 80 Prozent ist dafür eine veranschaulichende Maßzahl.“