Archiv der Kategorie: Allgemein

Nachhaltig Bauen & Sanieren ist gar nicht umweltfreundlich – oder doch?

Mit Ergebnissen aus neuesten Studien sowie Fach-Kommentaren von:

Andrea Kraft, Energie- und Umweltagentur NÖ eNu
Robert Lechner, Österreichisches Ökologie Institut ÖÖI
Bernhard Lipp, Österreichisches Institut für Baubiologie und Bauökologie IBO
Astrid Scharnhorst, Österreichisches Institut für Baubiologie und Bauökologie IBO

GESAMTFASSUNG ALS PDF

GESAMTFASSUNG ONLINE

Kurzfassung:

Medienpaket zum großen Vorurteil Umweltverträglichkeit

Der ökologische Sinn von nachhaltigem Bauen und Sanieren steht eigentlich längst außer Zweifel. In Detailfragen halten sich jedoch einige hartnäckige Vorurteile. Die Medienstelle für Nachhaltiges Bauen beantwortet diese Fragen, bringt neue Erkenntnisse aktueller Studien sowie die Fachmeinung namhafter, österreichischer Experten.
Die detaillierte Gesamtfassung mit allen Texten, Grafiken, Pressefotos und Studien finden sie auf der Webseite der Medienstelle unter www.nachhaltiges-bauen.jetzt.

Ökologische Notwendigkeit

Einen der wesentlichen Hebel bei ökologischen Strategien stellen Energiesparmaßnahmen dar. Gebäude verursachen 32 Prozent des Endenergiebedarfs und ca. 40 Prozent des Primärenergiebedarfs in den meisten Industrieländern. Der Großteil der Energie wird in Mittel- und Nordeuropa für Raumheizung benötigt. In Österreich trägt die Raumwärme mit 28 Prozent zum Endenergiebedarf und mit 14 Prozent zu den österreichischen Treibhausgas-Emissionen (THG) bei.

Zukunft und Potential

Die aktuelle Studie „Energieszenarien bis 2050 – Wärmebedarf der Kleinverbraucher“ der TU Wien ermöglicht nun einen Blick in die Zukunft und zeigt, dass sich nachhaltiges Bauen und Sanieren ökologisch auswirken wird – und bei weiteren Maßnahmen noch kann. In der Arbeit wurden in mehreren Szenarien alle heimischen Gebäude und künftige Errichtungen einkalkuliert. Fazit: Bei bisher beschlossenen Maßnahmen kann der Energieeinsatz von 86 Terawattstunden TWh im Jahr 2012 auf 53 TWh (2050) gesenkt werden, bei noch ambitionierteren Maßnahmen sogar auf 40 TWh im Jahr 2050.
Die Energie- und CO2-Ersparnis durch thermische Sanierung und erneuerbare Energie belegt zudem eine neue Untersuchung im Auftrag des Klima- und Energiefonds. Dabei wurden fünf österreichische Mustersanierungsobjekte vor und nach der Sanierung analysiert. Das Ergebnis des Energiemonitoring: Die CO2-Reduktion der Projekte beträgt in Summe rund 105 Tonnen pro Jahr. Vereinzelt konnte durch den Einsatz von erneuerbarer Energie der Co2-Ausstoss gar auf Null Prozent reduziert werden. Die spezifische Heizendenergie konnte mindestens auf ein Drittel gesenkt werden.

Faktor Zersiedelung

Bei Ökologie im Bauwesen gilt es aber auch den Faktor Zersiedelung zu beachten. „Ein energieeffizientes Gebäude „auf der grünen Wiese“ ist kein positives Beispiel für Nachhaltigkeit. Die nachhaltige Gestaltung richtet sich vor allem nach den Faktoren Lage des Gebäudes, Flächenverbrauch und Wohnform“, stellt Andrea Kraft von der Energie- und Umweltagentur eNu fest: „Das freistehende Einfamilienhaus wird vielfach als erstrebenswerte Wohnform gesehen, da es für die Besitzer den höchsten Individualitätsanspruch erfüllt. Gleichzeitig ist aber mit dieser Wohnform der höchste Flächen- und Ressourcenverbrauch verbunden, was sich auch in den Kosten für die Erschließung und dem erhöhten Verkehrsaufkommen niederschlägt.“

Öko-Indikatoren zeigen Umweltfreundlichkeit

In einem sehr unterschiedlichem Ausmaß beeinflussen auch Baustoffe Umwelt und Gesundheit. Die Ökobilanz und Öko-Indikatoren geben darüber Auskunft. „In österreichischen Wohnbauförderungen und Gebäudebewertungsprogrammen kommt vorwiegend der Summenindikator Ökoindex 3 (OI3-Indikator) zur Anwendung. Damit haben ökologische Gebäudekennwerte im österreichischen Bauwesen Einzug in die Bewertung von Bauvorhaben gefunden. Bei den wichtigsten österreichischen Gebäudebewertungsstandards wie klimaaktiv und ÖGNB (TQB) sind diese seit Beginn verankert. In der Planung und Umsetzung lassen sich damit wesentliche ökologische Verbesserungen erzielen“, erklärt dazu Bernhard Lipp vom Österreichischen Institut für Baubiologie und Bauökologie IBO.

Graue Energie: Dämmung amortisiert sich

Insbesondere gilt es die „graue Energie“ zu beachten: Jene Energiemenge, die für Herstellung, Transport, Lagerung, Verkauf und Entsorgung eines Produktes benötigt wird. Bei Nachhaltigkeits-Maßnahmen stellt sich immer die Frage, wann sie sich bezogen auf graue Energie ökologisch amortisieren, sprich: jene Energie eingespart haben, die für deren Herstellung und Entsorgung benötigt wurde.
Robert Lechner vom Österreichischen Ökologie Institut: „Die energetische und ökologische Amortisierung der Dämmstoffe von Niedrigstenergiegebäuden beträgt in der Regel wenige Monate bis maximal zwei Jahre. Ein hocheffizientes Gebäude ist auch bei kritischer Bilanzierung in der Lage, gegenüber einem Standardgebäude nach Baurecht zumindest 30 kWh Wärme pro Quadratmeter und Jahr einzusparen. Die Reduktion des Energieverbrauchs durch Dämmung ist sowohl hinsichtlich des Primärenergieverbrauchs als auch der CO2-Einsparung im wahrsten Sinne des Wortes wärmstens zu empfehlen.“
Generell gilt, so auch Astrid Scharnhorst vom IBO: „Die Dämmung von Gebäuden verringert den für ihre Beheizung und Kühlung erforderlichen Energieaufwand. Der Herstellungsaufwand vieler Dämmstoffe amortisiert sich dadurch ökologisch in sehr kurzen Zeiträumen.“
Auch das Argument es würde bei der Herstellung von Dämmplatten aus Polystyrol Erdöl verschwendet, stimmt so nicht: Zwar sind Wärmedämmverbundsysteme wie EPS-Platten tatsächlich Erdölprodukte, allerdings bestehen sie zu 98 Prozent aus Luft und nur zu zwei Prozent aus Polystyrol. Der Öleinsatz in Dämmungen amortisiert sich daher deutlich, da ein Vielfaches an Heizöl oder dessen Äquivalent eingespart wird.

Recycling von Dämmung – Lösungen zu HBCD

Im Idealfall ist eine Dämmung einer Wiederverwendung, oder wenigstens dem Recycling zuzuführen. Auch bei Polystyrol ist das grundsätzlich möglich und einige Unternehmen feilen bereits an technischen Lösungen, etwa unter Verwendung von Fräsen, aber: Aufgrund der bisherigen Verwendung des ab 2017 endgültig weltweit verbotenen Flammschutzmittels HBCD ist eine Nachnutzung aktuell nicht möglich.
Die neue Studie „Rückbau, Recycling und Verwertung von WDVS“ des Fraunhofer Institut für Bauphysik und das Forschungsinstitut für Wärmeschutz FIW München stellt dazu fest: Durch die Gefahreneinstufung des verwendeten Flammschutzmittels HBCD seien die Recyclingmöglichkeiten deutlich eingeschränkt. Im Sinne der Abfallvermeidung wird deshalb die „Aufdopplung“ empfohlen: Der bestehende Wärmeschutz wird dabei nicht demontiert, sondern durch eine zusätzliche Dämmschicht ertüchtigt. Am Lebensende einer EPS-Platte ist jedenfalls aktuell nur eine energetische Verwertung möglich, sprich Energierückgewinnung durch Verbrennung. Jedoch bieten sich durchaus Verfahren zur rohstofflichen Verwertung als Lösung an, die jedoch aufwendig und damit bislang kommerziell kaum nutzbar sind. Das soll sich nun ändern. Das sogenannte CreaSolv-Verfahren etwa gewinnt das reine Polymer Polystyrol durch seine spezifische Löslichkeit wieder, wodurch auch die Möglichkeit besteht HBCD abzutrennen und daraus Brom zu gewinnen. Eine erste Großanlage ist in Holland geplant. Recycling-Kapazität: rund 3.000 Tonnen im Jahr.

Heimisches EPS ist HBCD-frei

Erfreulich ist, dass die meisten österreichischen EPS-Hersteller bereits mit Jänner 2015 den Umstieg auf das alternative Flammschutzmittel pFR abgeschlossen haben. Heimische EPS-Produkte der Güteschutzgemeinschaft Polystyrol-Hartschaum (Marken Austrotherm, Austyrol, Bachl, Modrice, Röhrnbach, Brucha, EPS Industries, Flatz, Hirsch, Steinbacher, Swisspor) sind damit HBCD-frei. Ein aktueller Prüfbericht des Umweltbundesamtes über zehn übermittelte Proben liegt der Medienstelle vor. Allerdings: Rund 15 Prozent der in Österreich erhältlichen EPS-Platten werden importiert. Anzumerken ist ebenfalls, dass der Medienstelle bislang keine wissenschaftlichen Langzeit-Untersuchungen über die Bedenkenlosigkeit von pFR vorliegen. Ähnliches gilt aber auch für diverse Inhaltsstoffe alternativer Dämmmaterialien.

Nachhaltig Bauen & Sanieren ist nicht wirtschaftlich – oder doch?

Mit Ergebnissen aus neuesten Studien sowie Fach-Kommentaren von:

Renate Hammer, Institut of Building Research & Innovation
Johannes Kislinger, Innovative Gebäude
Günter Lang, Passivhaus Austria
Robert Lechner, Österreichisches Ökologie Institut ÖÖI
Bernhard Lipp, Österreichisches Institut für Baubiologie und – Ökologie IBO
Martin Ploss, Energieinstitut Vorarlberg
Alfred Waschl, International Facility Management Association (IFMA) Austria

GESAMTFASSUNG ALS PDF

GESAMTFASSUNG ONLINE

Kurzfassung

 

Medienpaket zum größten Vorurteil Wirtschaftlichkeit

Trotz zahlreicher positiver Studien und Fachmeinungen bleibt es eine vieldiskutierte Frage beim nachhaltigen Bauen und Sanieren: Rechnen sich die baulichen Maßnahmen in Hinblick auf Ökologie und Energieeffizienz auch wirtschaftlich? Die Medienstelle für Nachhaltiges Bauen hat sich diesem Thema im Detail angenommen und bietet Medienvertretern und Interessierten ein umfangreiches, breit recherchiertes Paket an grundlegenden Informationen, Fachkommentaren von namhaften, österreichischen Experten und den wesentlichsten Fakten aus brandaktuellen Studien – frei zur redaktionellen Verarbeitung zu unterschiedlichsten Teilthemen.
Die detaillierte Gesamtfassung mit allen Texte, Grafiken (Rohdaten auf Wunsch), Pressefotos und allen Studien finden Sie auf der Webseite der Medienstelle unter www.nachhaltiges-bauen.jetzt.

Volkswirtschaftliche Notwendigkeit

Wer denkt, der Energieverbrauch in den heimischen Haushalten sinkt aufgrund von Krise und Umweltbewusstsein, irrt: Der klimabereinigte Endenergieverbrauch je Österreicher steigt seit 2012 wieder und lag nach aktuellen Energieberichten 2013 um rund 26 Prozent höher als im Jahr 1995. 2,2 Millionen sanierungsbedürftige Wohnungen oder rund 60 Prozent des gesamten Wohnungsbestands bräuchten eine energieeffiziente Sanierung. Die Sanierungsrate liegt in Österreich seit Jahrzehnten bei etwa einem Prozent, sprich es dauert 100 Jahre, bis der Gebäudebestand komplett durchsaniert ist. Noch dazu machen die thermischen Sanierungen nur einen Teil der Gesamtsanierungen aus. Was ist also wirtschaftlich (und nachhaltig)? Impulse zu nachhaltigem Bauen wie ein Sanierungsscheck der Bundes, der 2013 mit 132,2 Millionen Euro Fördermittel nachhaltige Investitionen von 847 Millionen Euro unterstützt hat und 12.715 Arbeitsplätze gesichert bzw. geschaffen hat? Oder durch den Klimawandel drohende Schäden in Höhe von bis zu 8,8 Mrd. Euro jährlich – alleine in Österreich?

Aktuelle Studien belegen Wirtschaftlichkeit

Dass nachhaltiges Bauen und Sanieren zwar eventuell geringfügig mehr kostet, aber sich langfristig rechnen kann, belegen neue Studien. Da in den nächsten Jahrzehnten mit höheren Energiepreisen jeder Art zu rechnen ist, sind Gebäudekonzepte mit Schwerpunkt auf Energieeffizienz im Vorteil.

Kosten für nachhaltiges Bauen sinken

Eine Studie der Universität für Bodenkultur Wien hat zudem die Herstellungskosten im Vergleich zum Baustandard Niedrigenergiehaus gegenübergestellt. Das Ergebnis: Die Kosten für nachhaltiges Bauen sinken aufgrund technischer Entwicklungen, zumindest im mehrgeschossigen Wohnbau. Die Autoren einer weiteren Studie „Preisentwicklung Gebäudeenergieeffizienz“ stellen fest, dass in den letzten Jahrzehnten viele Bauteile günstiger und hochwertiger geworden sind: „Angesichts der Ergebnisse dieser Initialstudie scheint die These von der „steigenden Energieeffizienz als natürlicher Feind des kostengünstigen Bauens“ nicht haltbar zu sein.“

Bekenntnis zu Nachhaltigkeit gefordert

„Fakt ist: Ohne Energieeffizienz gibt es kein nachhaltiges Bauen. Es geht nicht mehr darum, ob der Klimawandel stattfindet, sondern nur mehr darum, wie stark oder unvorteilhaft die Konsequenzen daraus sind. Wer CO2 sparen will, baut und betreibt seine Häuser energieeffizient und mit einem möglichst vorteilhaften Einsatz von erneuerbaren Energien bei der Bereitstellung des Restenergiebedarfs. Wer Gegenteiliges behauptet, stellt sich auf die Seite derer, die schon an der mittelfristigen Zukunft kein allzu großes Interesse zeigen und denen es möglicherweise – wirtschaftlich betrachtet – eher um eine vorteilhafte Gegenwart geht“, meint dazu Robert Lechner, Österreichisches Ökologie Institut ÖÖI in seinem Fachkommentar.

Geringe Mehrkosten bei nachhaltigem Bauen

Aktuelle Studien und jahrzehntelange Baupraxis belegen die Wirtschaftlichkeit bei nachhaltigem Bauen. Lechner: „Im Rahmen zahlreicher von uns und ganz vielen anderen Expertinnen und Experten begleiteter Neubauten und Sanierungen kommen wir zu Investitionsmehrkosten von keinem bis wenigen Prozentpunkten für nachhaltiges, besonders energieeffizientes Bauen. Dabei spielen die verwendeten Materialien für den Hochbau eine weniger wichtige Rolle, als der technische Gebäudestandard. Vereinfacht: Null- und Plusenergie braucht heute (noch!) mehr Geld als Energieeffizienz; Energieeffizienz kostet unmerklich mehr als herkömmliche Stangenware.“ Und Günter Lang von Passivhaus Austria: „Im Idealfall kann der Passivhaus-Standard zu den gleichen Baukosten errichtet werden, die der Mindeststandard an Baukosten verursachen würde. Es kommt nur auf das Verhältnis zwischen Ausgaben für die thermische Gebäudequalität und für die Haustechnik an. Aber selbst bei Mehrkosten von zwei bis vier Prozent haben sich die eingesparten Energiekosten in wenigen Jahren mehrfach eingespielt. Und dabei sind die volkswirtschaftlichen Einsparungen noch gar nicht in Betracht gezogen.“

Neues Online-Tool belegt Wirtschaftlichkeit bei Dämmung

„Immer wieder wird in den Medien auf nicht ganz sachliche Weise gegen Wärmedämmung mobil gemacht: Teuer, nur für die Dämmstoffindustrie vorteilhaft, ineffizient, umweltschädlich, problematisch in der Entsorgung. baubook hat einen ökologischen Amortisations- und Wirtschaftlichkeitsrechner für Bauteile entwickelt, mit dem man selbst transparent überprüfen kann, ob sich eine Dämmmaßnahme rentiert und wie sie sich auf die Umwelt auswirkt. Klar ersichtlich ist aus den vielen Ergebnissen, dass sich Dämmen ökologisch und ökonomisch auszahlt“, präsentiert aktuell Bernhard Lipp, Österreichisches Institut für Baubiologie und – Ökologie (IBO), das AWR-Tool. Mit dem Rechner können verschiedene Dämmstärken, Baustoffe, Konstruktionen und Energieträger miteinander verglichen werden. http://www.baubook.at/awr/

Wirtschaftlich optimale Dämmstärke errechnet

Und noch eines zeigt der Rechner: die ideale Dämmstärke je nach Dämmstoff. Die ökologisch optimalen Dämmstoffstärken liegen meist im Bereich von 50 bis 120 Zentimeter. Ökonomisch betrachtet liegt der Optimalwert zwischen etwa 25 und 50 Zentimeter. Ein Beispiel: Bei mineralischen Wärmedämmplatten betragen die genaueren Optimalwerte ab mindestens 85 Zentimeter (ökologisch) für nicht erneuerbare Primärenergie und 23 Zentimeter (ökonomisch).

Ökologische Transformation

Johannes Kislinger, Innovative Gebäude: „Intelligent eingesetzte innovative Konzepte nutzen, um nachhaltige Lösungen zu finden ist das Ziel. Nicht mehr das Gebäude allein, sein Lebenszyklus und seine Nachnutzung stehen im Mittelpunkt, sondern der gesamte Kontext: Über das Gebäude hinausdenken heißt, globale Zusammenhänge mit seiner persönlichen Einstellung zum Miteinander in Einklang bringen, über die Nachbarschaft und Siedlung hinaus bis hin zu politischen Entscheidungen. Der Konsument bestimmt letzten Endes den Markt und macht damit Politik.“ Und Renate Hammer, Institute of Building Research & Innovation: „Es geht um einen Transformations-Prozess unseres Wirtschaftssystems weg vom Anspruch auf kontinuierlich mehr, hin zur Identifikation echter Bedürfnisse.“

COIN: Die Auswirkungen des Klimawandels in Österreich (Überblick)

Die Auswirkungen des Klimawandels in Österreich, beschrieben durch die COIN-Studie (Cost of Inaction – Assessing Costs of Climate Change for Austria): eine ökonomische Bewertung für alle Bereiche und deren Interaktion.

Autor: Institut für Volkswirtschaftslehre, Universität Graz

Auftraggeber: Klima- und Energiefonds

Erscheinungsjahr: 2015

COIN Die Auswirkungen des Klimawandels in Österreich

 

Wärme-Dämmung

Wärmedämmung ist ein wesentlicher Bestandteil für die Verminderung des Energieverbrauchs sowie der Energiekosten von Gebäuden und damit ein unverzichtbarer Baustein der Energiewende. Bis zu 85 Prozent der in einem Wohngebäude eingesetzten Energie wird für Raumwärme benötigt. Über eine nicht oder schlecht gedämmte Gebäudehülle geht ein Teil dieser Heizwärme wieder verloren. Durch den Einsatz von Dämmstoffen kann eine wesentliche Minderung dieser Verluste erreicht werden. Dämmstoffe schützen die Bauteile und auch die Behaglichkeit von Gebäuden wird erheblich verbessert.

Dämmstoffe sind im Hinblick auf das Kriterium Wärmedämmung nach den geltenden harmonisierten europäischen Normen DIN EN 13162 bis 13171 sowie der ÖNORM B 8110 „Wärmeschutz im Hochbaubewertbar. Als Faktor für die Wärmedämmung dient vor allem der Wärmedurchgangskoeffizient (Einheit: W/(m²·K)), auch U-Wert genannt. Je niedriger der Wärmedurchgangskoeffizient, desto besser ist die Wärmedämmeigenschaft des Dämmstoffes. Ebenso wird die Wärmeleitfähigkeit (Lambda λ, Einheit: W/(m·K)) herangezogen: Je kleiner der Wert, desto besser ist die wärmedämmende Wirkung. Weitere Faktoren: Die Wasserdampf-Diffusionswiderstandszahl (µ) gibt den Widerstand gegen die Wasserdampfdiffusion im Verhältnis zur Luft an. Die Rohdichte (kg/m3) gibt das Gewicht von einem Kubikmeter Dämmstoff an. Das Brandverhalten zeigt die Baustoffklasse nach Norm 13501-1 an – von A1 (nicht entflammbar) bis E (normal entflammbar).

Gedämmt werden sollte die Fassade sowie die oberste (zum Dach) und unterste Geschossdecke (zum Keller), zudem sollte auf wärmedämmende Fenster und Türen geachtet werden. Es gibt Außen- wie Innendämmung.

Die Vorteile von Wärmedämmung sind umfangreich: Richtig eingesetzt schützt eine Dämmung die Bausubstanz. Der Wert eines Altbaus erhöht sich, bei einem Neubau bleibt der Wert länger erhalten. Aufgrund der Energieeffizienz sinken Betriebs- und Energiekosten. Durch Wärmedämmung herrscht ganzjährig ein ausgeglichenes Wohnklima, was die Wohnqualität erhöht. Die Gefahr von Schimmelbildung wird deutlich vermindert, Schwachpunkte in Hinblick auf Wärmebrücken werden eliminiert. Zu guter Letzt trägt Wärmedämmung zum Umweltschutz bei.

Wärmedämmung kann auf unterschiedliche Weise eingebracht werden. Am Gebräuchlichsten sind Dämmplatten, aber auch Matten, Schütt- und Einblasdämmstoffe finden häufig Anwendung.

Nachhaltiger Klimaschutz – ökologische, ökonomische und soziale Dimension von Klimaschutz-Maßnahmen

Die Studie der „Nachhaltiger Klimaschutz – ökologische, ökonomische und soziale Dimension von Klimaschutzmaßnahmen“ untersuchte die heimischen Klimaschutzmaßnahmen.

Autor: ÖGUT – Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik

Auftraggeber: Kammer für Arbeiter und Angestellte Wien

Nachhaltiger Klimaschutz – ökologische, ökonomische und soziale Dimension von Klimaschutzmaßnahmen, ÖGUT

Innovative Gebäude-Konzepte im ökologischen und ökonomischen Vergleich über den Lebenszyklus

In dieser Studie „Innovative Gebäudekonzepte im ökologischen und ökonomischen Vergleich über den Lebenszyklus“ werden unterschiedliche Konzepte miteinander verglichen. Erschienen in der Reihe „Berichte aus Energie- und Umweltforschung“.

Autor: P.J. Sölkner, A. Oberhuber, S. Spaun, R. Preininger, F. Dolezal, H. Mötzl, A. Passer, G. Fischer

Auftraggeber: Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie

Erscheinungsjahr: 2014

Innovative Gebaeudekonzepte im oekologischen und oekonomischen Vergleich ueber den Lebenszyklus

Lüftung 3.0: Bewohner-Gesundheit und Raumluft-Qualität in neu errichteten, energie-effizienten Wohnhäusern

Eine Studie, die den gesundheitlichen Aspekt von Raumluft und Lüftung untersucht.

Autor: Österreichisches Institut für Baubiologie und Bauökologie (IBO)

Auftraggeber: Klima- und Energiefonds

Erscheinungjahr: 2013

Lueftung 3.0 Bewohner-Gesundheit und Raumluft-Qualitaet in neu errichteten, energie-effizienten Wohnhaeusern

Zukunft Wohnbau-Förderung Energie-Politische Effektivität der Wohnbau-Förderung und Energie-Beratung steigern

Eine Studie im Rahmen der Reihe „Neue Energien 2020″rund um Wohnbauförderung und Energieeffizienz unter dem Titel: „WoZuBau – Zukunft Wohnbau-Förderung Energie-Politische Effektivität der Wohnbau-Förderung und Energieberatung steigern“.

Autor: ÖGUT

Auftraggeber: Klima- und Energiefonds

Erscheinungsjahr: 2013

Zukunft Wohnbau-Foerderung Energie-Politische Effektivitaet der Wohnbau-Faerderung und Energieberatung steigern