Newsletter #8 der Medienstelle für Nachhaltiges Bauen

Liebe(r) MedienvertreterIn!
Liebe(r) FreundIn des nachhaltigen Bauens!

Kürzlich wurde das Pariser Klimaabkommen vom Nationalrat ratifiziert. Alle Fraktionen mit Ausnahme der Freiheitlichen stimmten dem internationalen Abkommen zu.

200 Tage nach Paris stehen die Zeichen aber keineswegs in Richtung „Road to Zero“, wie auch bei unserer gleichnamigen Veranstaltungsreihe diskutiert wurde. Zwei Vorträge und die Podiumsdiskussion können sie auf der Webseite der Medienstelle „nachhören“.

Ich möchte Ihnen aber auch die Vorschläge zu einem neuen Strategie- und Fördermodell im Hochbau von Robert Lechner (ÖGNB) ans Herz legen. Dieses soll uns die „Road to Zero“ ebnen.

Mit lieben Grüßen,

Helmut Melzer
medienstelle@nachhaltiges-bauen.jetzt


Inhalt:

Artikel & Presseinfos

  • 200 Tage nach Paris – Podiums-Diskussion im O-Ton, Fotos etc
  • Sanierungs-Rate für thermische Sanierung

Studien

  • Vergleich Wärme-Versorgungs-Systeme
  • Subventionen und Steuern mit Umweltrelevanz in den Bereichen Energie und Verkehr

Meinungen

  • „Verabschiedet sich 2016 die Wohnbauförderung als Motor für Klimaschutz?“
  • „2,5 Mrd. € an Förderungen für Gebäude verfehlen Klimaschutzziele“
  • „Welches Fördersystem brauchen wir für einen CO2-neutralen Gebäudesektor?“
  • „Bedarf Förderinstrumente- und Kriterien, die 100-prozentig auf Klimaschutzziele ausgerichtet sind“
  • „Wohnbauförderung – Sozialpolitische Lenkungseffekte ernst nehmen“
  • „Das Haus mit Speicher am grünen Strom“

Infos des Netzwerkes

  • Hagelfestes Holz
  • Der Energiebericht Online (EBO)
  • Brand ist neue e5-Gemeinde
  • Innendämmung – Lösungen für sofort
  • Mehr Vertrauen durch Investor-Ready-Zertifizierung
  • Neuer Leitfaden inkl. Checkliste „Dokumentation bei Objektübergabe“

Rückblick

  • Preisverleihung Innovatives Gebäude 2016

save the date

  • Holzbau-Weltkonferenz in Wien
  • ACR-Enquete
  • Lebenszyklus-Award
  • Int. Passivhaus-Tagung in Wien

Laufend relevante News zu Nachhaltigkeit im Bauwesen bekommen?

Melden Sie sich beim Newsletter der Medienstelle für Nachhaltiges Bauen an!


Artikel & Presseinfos

Road To Zero – 200 Tage nach Paris: Podiumsdiskussion zum Nachhören

200 Tage nach der Klimakonferenz in Paris weist noch wenig darauf hin, dass in Österreich Klimaschutz wirklich ernst genommen wird. Dieser Eindruck entsteht vor allem dann, wenn es ums liebe Geld geht. Ganz im Gegenteil: Eine WIFO-Studie zeigt auf, dass Förderungen von bis zu 4,7 Mrd. Euro jährlich sogar negative Klimaeffekte haben. Die Mittel des Sanierungsschecks wurden heuer wieder deutlich gekürzt. Einige Länder wenden Nachhaltigkeits-Kriterien bei Förderungen gezielt den Rücken zu. Und immer mehr Teile der Bauwirtschaft vertreten die Ansicht, dass bereits genug getan wurde. Spielt in der Wohnbauförderung Umwelt- und Klimaschutz überhaupt noch eine Rolle?

Mehr darüber hier inkl O-Ton.

Sanierungs-Rate für thermische Sanierung

„Die aktuellsten Daten zu umfassenden thermisch-energetischen Sanierungen (umfassende Sanierungen) im Rahmen der Wohnbauförderung WBF. Hinzu kommen noch geringe Anteile aus dem Sanierungsscheck (ohne Kofinanzierung WBF) und ungeförderte Sanierung. Aber auch unter Hinzurechnung dessen liegt Österreich deutlich unter 1 Prozent mit rückläufiger Dynamik“ – Wolfgang Amann, Institut für Immobilien, Bauen und Wohnen IIBW.

Hier gehts zur Online-Seite.


Studien

Vergleich Wärme-Versorgungs-Systeme

Eine von der MA 20 – Energieplanung beauftragte Studie „Vergleich Wärmeversorgungssysteme“ vergleicht die Kosten von unterschiedlichen Wärmebereitstellungssystemen für großvolumige Wohnbauten. Eine zentrale Erkenntnis der Analyse ist, dass ökologisch sinnvolle Systeme auch leistbar sind.

Hier gehts zur Studie.

Subventionen und Steuern mit Umweltrelevanz in Energie und Verkehr

Zu dieser Studie stellten Klima- und Energiefonds und WIFO fest: Förderungen von bis zu 4,7 Mrd. € jährlich haben negative Klimaeffekte. Die WIFO-Studie quantifiziert umweltbelastende Subventionen für Verkehr, Energie und Wohnbau für Österreich.
Hier gehts zur Studie

Eine umfangreiche, thematisch geordnete Sammlung der wesentlichsten Studien rund ums nachhaltige Bauen und Sanieren finden Sie im Studienverzeichnis der Medienstelle.


Meinungen

„Verabschiedet sich 2016 die Wohnbauförderung als Motor für Klimaschutz?“

Monika Auer und Inge Schrattenecker, ÖGUT: „Pünktlich zur Ratifizierung des Pariser Klimaabkommens kündigen die Bundesländer an, sich bei der Wohnbauförderung zum Thema Energieeffizienz künftig an den Bauordnungen zu orientieren und keine weitergehenden Anforderungen mehr zu stellen. Dass man „günstiger“ baut, wenn man keinen besonderen Wert auf Energieeffizienz legt, ist mittlerweile widerlegt. Im Paris Agreement steht zudem nicht, dass wir die Klimaerwärmung nur dann bei 2° C begrenzen wollen, wenn das billiger ist als alle Alternativen.“

Zum Fachkommentar

„2,5 Mrd. € an Förderungen für Gebäude verfehlen Klimaschutzziele“

Günter Lang, Passivhaus Austria: „Wollen wir das Klimaziel von 1,5 Grad, das auf der Klimakonferenz in Paris 2015 ins Visier genommen wurde, erreichen, müssen Förderungen, Subventionen und Bauordnungen gleichermaßen zukünftig auch hinsichtlich ihrer Umwelt- und Klimaeffekte bewertet werden. Heute neu gebaute oder sanierte Gebäude werden frühestens 2056 wieder energetisch verbessert. Daher ist ab sofort der energetisch beste Standard erforderlich.“
Zum Fachkommentar

„Welches Fördersystem brauchen wir für einen CO2-neutralen Gebäudesektor?“

Robert Lechner, ÖGNB: „Gebäude mit geringerer Dichte rutschen derzeit durch den Rost: Einfamilienhäuser dürfen beim Niedrigstenergiegebäude ebenso wie der Sanierung mehr als doppelt so viel Energie für Heizung pro Quadratmeter verbrauchen, als Geschoßwohnungsbauten. Dass muss in Zukunft heftig hinterfragt werden. Vor allem auch deshalb, weil bislang österreichweit knapp 60 Prozent der gesamten Wohnflächen im Ein- und Zweifamilienhaus realisiert wurden. Das Fördersystem der Zukunft muss hocheffiziente Wohnbauten unterstützen, gleichzeitig den Flächenverbrauch pro Kopf reduzieren und die Restenergie mit erneuerbaren Energieträgern bereitstellen.“
Zum Fachkommentar

„Bedarf Förderinstrumente- und Kriterien, die 100-prozentig auf Klimaschutzziele ausgerichtet sind“

Hildegund Mötzl, IBO: „Zur effizienten Umsetzung der „Road to Zero“ bedarf es nicht nur der entsprechenden Rahmenbedingungen wie z.B. der Förderinstrumente wie die Wohnbauförderung oder den Sanierungschecks sondern auch Kriterien, die 100%tig auf die Klimaschutzziele ausgerichtet sind und die Innovationen in diesem Bereich beflügeln. Keinesfalls darf unter dem Deckmantel des leistbaren Wohnens am Klimaschutz gespart werden, denn dies wird, über den Lebenszyklus der Wohnung gerechnet, sehr viel teurer und verfehlt die Road to Zero.“
Zum Fachkommentar

„Wohnbauförderung – Sozialpolitische Lenkungseffekte ernst nehmen“

Franziska Trebut, ÖGUT: „Solange es für die Sanierung in Österreich keine streng einzuhaltenden thermisch-energetischen Standards über das Ordnungsrecht gibt, hat Wohnbauförderung die zentrale Aufgabe, deutliche Anreize für den klimatauglichen und sozial verträglichen Umbau des Wohngebäudebestandes zu leisten.“
Zum Fachkommentar

Das Haus mit Speicher am grünen Strom

Johannes Fenchner, klimaaktiv Bildungskoordination: „Bis zur zweiten Hälfte des Jahrhunderts soll die Dekarbonisierung der industrialisierten Volkswirtschaften geschafft sein. Mehrere Bundesländer haben den Ausstieg aus der fossilen Raumwärme sogar bereits fixiert, z.B. Kärnten: 100 % erneuerbare Raumwärme bis 2025, Oberösterreich bis 2030. Photovoltaik und Wind werden global gesehen in den kommenden Jahrzehnten die Hauptlast der Ökologisierung des Energiesystems tragen. Grund dafür sind die Potentiale, die erreichten Kostenstrukturen und die relative Ausgereiftheit beider Technologien, stellte die Internationale Energieagentur fest. Mit welchen erneuerbaren Energien werden Gebäude, die wir heute bauen, dann betrieben werden? Ein Blick ins Jahr 2050 zeigt, wie sich die Energieerzeugung nach der Dekarbonisierung darstellen könnte.“
Zum Fachkommentar


Infos des Netzwerks

Hagelfestes Holz

Gemeinsam mit mehreren Unternehmens- und Forschungspartnern untersucht die Holzforschung Austria nun, wie die Beschichtung besser an die Eigenschaften des Holzes angepasst werden kann, um eine bessere Hagelresistenz zu erreichen.
Mehr dazu vom ACR.

Der Energiebericht Online (EBO)

Das Energieinstitut Vorarlberg hat mit dem Energiebericht Online (EBO) einen Energiebericht als Bilanz- und Steuerungsinstrument für Kommunen entwickelt.
Mehr dazu vom Energieinstitut Vorarlberg

Brand ist neue e5-Gemeinde

Die Gemeinde Brand ist dem e5-Landesprogramm für energieeffiziente Gemeinden beigetreten. e5-Gemeinden sind Vorreiter beim Vorantreiben und Umsetzen der Energieautonomie in Vorarlberg.
Mehr dazu vom Energieinstitut Vorarlberg.

Innendämmung – Lösungen für sofort

Eine Innendämmung bringt Komfort und Energieeffizienz und lässt sich zu jeder Jahreszeit anbringen. Was dabei zu beachten ist, wurde vom IBO im Forschungsprojekt ID-Solutions bei sieben Sanierungen herausgearbeitet.
Mehr dazu vom ACR.

Mehr Vertrauen durch Investor-Ready-Zertifizierung

ICP Europe standardisiert mit seinen Energieeffizienz Protokollen den Gebäudesanierungsprozess und will dadurch Energieeffizienzprojekte markttauglicher und attraktiver für Investoren machen. Nationaler Projektpartner in Österreich ist die denkstatt GmbH.
Mehr dazu.

Neuer Leitfaden inkl. Checkliste „Dokumentation bei Objektübergabe“

Facility Management Austria (FMA) veröffentlicht Leitfaden inkl. Checkliste „Dokumentation bei Objektübergabe“ und schafft damit einen wesentlichen Beitrag zur Klarheit betreffend Objektdokumentation mit integrierter Datenübergabe.
Mehr dazu.


Rückblick

Preisverleihung Innovatives Gebäude 2016

Die Plattform Innovative Gebäude hat am 28. April 2016 zum 2. Mal den Preis für das innovative Gebäude des Jahres verliehen.
Mehr dazu.


save the date

World Conference on Timber Engineering in Wien

Die Holzbau-Weltkonferenz findet heuer in Wien statt – von 22. bis 24. August 2016. Heuriger Organisator ist die TU Wien.
Weitere Infos.

ACR-Enquete

Im Rahmen der ACR-Enquete am 3. Oktober 2016 (WKO Sky-Lounge) werden auch heuer wieder die ACR-Preise verliehen. Der „ACR Kooperationspreis“ für ein erfolgreiches Forschungsprojekt eines ACR-Instituts mit einem KMU und der „ACR Woman Award“ für eine besonders engagierte Forscherin aus dem Verband.

Lebenszyklus-Award

Der Special Award wird im Rahmen des 6. Kommunalwirtschaftsforums am 20. und 21. Oktober 2016 in Graz verliehen. Erstmals zeichnet der Lebenszyklus-Award Bauherren, Institutionen und Gemeinden für eine hohe Organisations-, Kultur und Prozessqualität bei der Planung, Finanzierung, Errichtung und Bewirtschaftung ihrer Gebäude aus.
Weitere Infos.

Int. Passivhaus-Tagung in Wien

Nun stehen Datum und Veranstaltungsort für die Tagung fest: Die Experten zum energieeffizienten Bauen kommen am 28. und 29. April 2017 im Messe Wien Congress Center zusammen. Das Schwerpunktthema der 21. Tagung lautet „Passivhaus für alle“. Der Call for Papers hat begonnen.
Weitere Infos.

Zahlreiche Veranstaltungen rund ums nachhaltige Bauen und Sanieren finden Sie im Kalender der Medienstelle.


Die Medienstelle für Nachhaltiges Bauen ist ein unabhängiger Mediendienst und wird vom Ministerium für ein lebenswertes Österreich gefördert.